Sind Mitarbeiter zufrieden, klappt’s auch mit dem Employer Branding besser

Mitarbeiter, die in der Öffentlichkeit positiv über ihr Unternehmen sprechen, leisten einen wichtigen Beitrag zum Employer Branding und tragen so zu einer erfolgreichen HR-Arbeit bei.

Mann und Frau in Business-Kleidung

Next Level Employer Branding denkt zuerst an den Employee

Vorbei die Zeiten, in denen Angestellte oder Arbeiter von der Ausbildung bis zur Rente in einem Unternehmen blieben. Vorbei auch die Zeiten, in denen waschkörbeweise Bewerbungen auf eine Stellenausschreibung eingingen. Rund 1,2 Mio unbesetzte Stellen 2018 in Deutschland sprechen eine deutliche Sprache. Unternehmen tun folglich eine Menge, um ihre Mitarbeiter zu halten. Employees first! lautet die neue Devise. Wer sie erfolgreich umsetzen will, sollte allerdings lernen, über schnödes „halten“ hinaus zu denken. Mitarbeiter wollen motiviert und begeistert werden, um jeden Tag mit einem guten Gefühl zur Arbeit gehen zu können.

Wie das gelingen kann, ist weitgehend bekannt: Mitarbeiter in ausgewogenem Maße fordern und fördern, ihnen Verantwortung übertragen und Eigeninitiative zugestehen, ihr Work-Life-Verhältnis in der Balance halten oder ihnen moderne Formen der Arbeits(zeit)gestaltung anbieten – um nur die wichtigsten zu nennen.

Kein Unternehmen kann sich unzufriedene Mitarbeiter leisten

Unternehmen, die den Wandel verschlafen, werden auf lange Sicht Schwierigkeiten bekommen. Denn unzufriedene Mitarbeiter leisten nicht nur weniger als zufriedene, sie können auch die Teamleistung negativ beeinflussen. Schlimmstenfalls gehen sie – und reden anschließend schlecht über ihren ehemaligen Arbeitgeber.

Natürlich stellt heute kein Unternehmen mehr Mitarbeiter auf Lebenszeit ein. Umso wichtiger ist es, dafür Sorge zu tragen, dass scheidende Mitarbeiter mit einem guten Gefühl gehen: dem Gefühl, ein paar gute Jahre im Unternehmen gehabt zu haben, etwas geleistet und gelernt zu haben und auf ihrem Karriereweg weitergekommen zu sein. Arbeitnehmer und Arbeitgeber sollten die gemeinsame Zeit als Win-Win-Zeit betrachten und mit einem Gefühl der Dankbarkeit aneinander zurückdenken können.

Mitarbeiter als Botschafter der Arbeitgebermarke

Es gab Zeiten, da war es gang und gäbe, offene Arbeitsstellen durch Mund-zu-Mund-Propaganda publik zu machen. Mitarbeiter-Empfehlungsprogramme sind keines falls neu, sondern haben schon immer ihren Beitrag geleistet. Mit der Professionalisierung des Personalmarketings und angesichts funktionierender Stellenanzeigen sowie einem Überangebot an Kandidaten. Verlor man die Programme aber etwas aus den Augen. Die neuerliche Bewerberknappheit und die digitalen Möglichkeiten haben das wieder geändert. Über Blogs, Social Media, Podcasts und Videos kann heute jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter Mund-zu-Mund-Propaganda im großen Stil betreiben. Auf Facebook, LinkedIn und XING etc. tauschen sie sich mit potenziellen Bewerbern aus, fungieren als Recruiter, Botschafter und Kontakter. Wenn sie dabei ein Loblied auf ihren Arbeitgeber singen, hat das Unternehmen alles richtig gemacht.

Employees glaubwürdiger als Employer

Viele Arbeitnehmer, vor allem Berufseinsteiger und Young Professionals halten Informationen über Unternehmen, die von (ehemaligen) Mitarbeitern kommen, für authentischer als die Unternehmensaussagen in Image- oder Recruiting-Broschüren und Stellenanzeigen. Zu den glaubwürdigsten Absendern zählen Freunde, Verwandte und Bekannte. Auch Arbeitgeberbewertungsportale wie kununu.com oder glassdoor.com gewinnen zunehmend an Bedeutung und verändern dadurch das Personalmarketing.

Arbeitgeber tun gut daran, das Risiko in eine Chance zu verwandeln und Mitarbeiter von vornherein in ihre Marketingmaßnahmen zu integrieren. Sie stellen dadurch sicher, dass die Arbeitgebermarke nicht nur von einer kleinen Projektgruppe erarbeitet, sondern von der breiten Mehrheit in der Belegschaft mitgetragen wird. Die Mitarbeiter identifizieren sich besser mit den Employer-Branding-Aktivitäten und dadurch mit dem Unternehmen an sich. Sie leisten einen Beitrag zur Vermittlung und geben potenziellen Kandidaten einen persönlichen Eindruck, der von ihrem Wissen über und ihrer Begeisterung für den Arbeitgeber geprägt ist.

Fazit

Für ein „Next Level Employer Branding“ sollten Unternehmen das Employee Branding weiter fest im Auge haben, ausbauen und professionalisieren. Je eher Mitarbeiter zu einer „Marke“ werden, die für sich selbst spricht, desto schneller strahlt deren Zufriedenheit auf das Unternehmen zurück. Geforderte, ausgefüllte, zufriedene Mitarbeiter werden sich dankbar erweisen, zum Multiplikator werden und die Reputation des Unternehmens stärken. Erst recht, wenn man sie aktiv in den Employer Branding Prozess und die sich anschließenden Maßnahmen einbindet.

Sie wollen Negativkommunikation vorbeugen und sich in Sachen Employee Branding engagieren? Wir beraten und unterstützen Sie gern.