Der Begriff High Potential lässt sich mit „hohes Potenzial“ ins Deutsche übersetzen und steht für engagierte Absolventen mit einer hohen Qualifikation. Gemeint sind hier Nachwuchskräfte, die schon während des Studiums sehr gute Leistungen erbracht haben und sich somit durch ein spezielles Talent auszeichnen. Die High Potentials haben genügend Leistungsvermögen, um Projektleitungen und Führungsaufgaben zu übernehmen.
Wie bereits oben erwähnt, sind High Potentials Hochschulabsolventen, die einen hervorragenden Abschluss vorweisen können und über ein großes Entwicklungspotenzial verfügen. Sie sind in der Regel sehr engagiert und haben somit für das Unternehmen einen besonderen Stellenwert. Sie bringen eine Hands-on-Mentalität mit und können so ihre Kompetenzen, die sie bereits während des Studiums unter Beweis gestellt haben, einbringen. Da sie – auch als Absolventen – für Führungspositionen in Frage kommen, können sie mit einem höheren Einstiegsgehalt rechnen.
Von diesen Top-Performern, die bisher hervorragende Leistungen erbracht haben, wird eine hohe Leistungsbereitschaft erwartet. Sie sollten die Fähigkeiten mitbringen, ein Team zu führen und Projektleitungen zu übernehmen. Des Weiteren bringen sie folgende Charaktereigenschaften in ausgeprägtem Maße mit:
Allerdings reichen diese Eigenschaften allein nicht aus, um den Anforderungen und zukünftigen Projekten gerecht zu werden. Hier braucht es noch folgende Charakterzüge, die es mitzubringen gilt:
Sie stechen durch eine große Sozialkompetenz hervor und beweisen einen ausgesprochenen Teamgeist. Durch ihren Optimismus gehen sie negativer Stimmung nicht aus dem Weg, sondern lösen Konflikte konstruktiv, was die Teamleitungskompetenz nochmals anhebt.
Durch bereits erlebte kritische Situationen können sie gewisse Muster erkennen und eine Lehre daraus ziehen. Aufgrund der ausgeprägten Intuition können sie bestimmte Situationen schneller erfassen und bewerten.
Als Volition bezeichnet man die Fähigkeit, in kritischen Situationen das Ziel weiterhin im Auge zu behalten und daran festzuhalten. Zielstrebigkeit und Entschlossenheit sind hier unabdingbar, oft steckt eine intrinsische Motivation dahinter.
Durch die Fähigkeit zur Selbsterkenntnis können sie über sich selbst nachdenken und somit gut einschätzen, welche Wirkung sie auf ihre Mitmenschen haben.
Ihr logisches Denken hilft ihnen dabei, Zusammenhänge zu erkennen und zu analysieren, auf welche Gegebenheiten welche Konsequenzen folgen. Die Fähigkeit zur Analyse unterstützt sie, sich selbst zu strukturieren.
High Potentials sind qualifizierte Nachwuchskräfte, die gerne Verantwortung übernehmen – damit eignen sie sich ideal als Teamleiter. Sie schaffen es, die Mitarbeiter zu motivieren, sodass diese gerne ihre Stärken und Leistungsbereitschaft in Projekte investieren. Da sie eine hohe Agilität mitbringen, schaffen sie mehr und arbeiten effektiver als ihre Kollegen in derselben Zeit: Dies sorgt für mehr Umsatz bzw. Gewinn. Sie denken interdisziplinär – somit können sie den Rahmen ihres Verantwortungsbereiches schnell ausdehnen und durch innovatives Denken das Portfolio des Unternehmens erweitern. Erkennt ein Arbeitgeber einen Kandidaten oder Mitarbeiter als Top-Talent und fördert diesen entsprechend, so lässt sich die Fluktuation in den Führungspositionen senken und die Konkurrenzfähigkeit des Unternehmens festigen.
Der demographische Wandel und der Fachkräftemangel sind nur zwei Gründe für den War for Talents, der aktuell zwischen den Unternehmen herrscht. Arbeitgeber sind darauf angewiesen, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und diese an ihr Unternehmen binden. Gerade in den Führungsebenen von Konzernen ist die Fluktuationsquote höher als der Durchschnitt; Arbeitgeber müssen attraktive Benefits bieten, um die Mitarbeiterzufriedenheit hoch zu halten und um so von der Arbeitskraft zu profitieren. Da sich häufige Wechsel der Führungskräfte auf das komplette Unternehmen und dessen Organisation auswirken, ist es wichtig, dass ein Unternehmen über einen großen Pool an Nachwuchsführungskräften verfügt.
Im intensiven Wettbewerb um die qualifiziertesten Arbeitskräfte müssen die Personaler schnell sein, um die besten Kandidaten zu erreichen. Hierzu ist ein systematisches Talent Management unerlässlich, welches High Potentials ausfindig macht und ihnen idealerweise sofort zu einer positiven Candidate Experience verhilft.
Career Days oder ähnliche Veranstaltungen von Hochschulen und Unis sowie Karrieremessen sind eine gute Möglichkeit zur ersten Kontaktaufnahme. Ebenfalls beliebt sind Praktika, seltener werden Exkursionen oder Recruiting Events angeboten.
Um High Potentials anzusprechen und dauerhaft an das Unternehmen zu binden, erfordert es einige Angebote und eine starke Arbeitgebermarke (Employer Branding). Aufstiegschancen, Personalentwicklungsmaßnahmen und Coachings beispielweise wirken attraktiv auf die Talente und helfen dem Unternehmen, sich überzeugend zu vermarkten.