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    Candidate Journey

    Unter dem Begriff Candidate Journey versteht man den Weg bzw. die Reise eines Bewerbers durch den gesamten Bewerbungsprozess bei einem Unternehmen. Diese beginnt bereits mit dem Informieren im Internet über den potenziellen Arbeitgeber, verläuft über die Bewerbung und das Vorstellungsgespräch und gegebenenfalls bis hin zum Onboarding.

    Auf seiner Reise erfährt der Kandidat mehrere Kontaktpunkte, sogenannte Touchpoints, mit dem Unternehmen. Dadurch bekommt er einen Eindruck vom Arbeitgeber und macht individuelle Erfahrungen. Je positiver sein Empfinden ist, desto besser ist die Candidate Journey und umso wahrscheinlicher ist es, dass der Bewerber sich für den Job bei dem Unternehmen entscheidet.

    Inhaltsverzeichnis

    Die Phasen der Candidate Journey

    Die Candidate Journey setzt sich aus den einzelnen Touchpoints des Kandidaten mit dem Unternehmen zusammen. Die durch die Erfahrungen beim Bewerbungsprozess individuell erlebte Arbeitgebermarke bezeichnet man als Candidate Experience.

    Phase 1

    Die Candidate Journey beginnt bereits mit dem Aufmerksam werden auf das Unternehmen. Durch die Digitalisierung gibt es dabei heutzutage deutlich mehr Möglichkeiten, als es früher der Fall war. Unterscheiden lassen sich die ersten Kontaktpunkte in direkte und indirekte Touchpoints.

    Direkt ist beispielsweise die Recherche nach einem passenden Jobangebot über Google oder auf Online-Jobbörsen, wenn nicht sogar über die Karriereseite eines Unternehmens direkt. Indirekt hingegen sind Maßnahmen, die nicht auf die aktive Suche der Kandidaten angewiesen sind. Dazu gehören zum Beispiel Active Sourcing, Headhunting oder auch Social Media Recruiting. Auch die Meinungen Dritter auf Arbeitgeber-Bewertungsportalen und genutzte Produkte des Unternehmens sind passive Touchpoints mit dem Unternehmen.

    Schon dieser erste Kontakt kann eine entscheidende Rolle dabei spielen, ob der Kandidat seine Reise zum neuen Job fortsetzt oder die Candidate Journey bereits hier abbricht.

    Phase 2

    Wurde durch die erste Recherche das Interesse für ein Unternehmen geweckt und hat ihn die Stellenanzeige angesprochen, so wird der Kandidat sich in der zweiten Phase näher über dieses Unternehmen informieren. Über unterschiedliche Kanäle kann dabei nach relevanten Informationen über den potenziellen Arbeitgeber gesucht werden. Allerdings kommt es dabei nicht bloß darauf an, was er dabei rausfindet, sondern vor allem auch darauf, wie einfach zugänglich die Informationen sind. Dabei spielen Social-Media-Kanäle ebenso wie die eigene Unternehmens- und Karriereseite eine wichtige Rolle. Auch mobile Optimierungen sind heutzutage ein wichtiges Kriterium für Jobsuchende.

    Phase 3

    In dieser Phase hat sich der Bewerber für ein Unternehmen, das ihn anspricht, entschieden und bewirbt sich daraufhin auf eine Stelle. Das Einreichen der Bewerbung wird von Arbeitgeber zu Arbeitgeber unterschiedlich gehandhabt. Bei einigen ist die Bewerbung nur per Post möglich, bei anderen per E-Mail und bei einigen auch über Online-Formulare.

    Wie der Bewerbungsprozess gestaltet ist, ist aber entscheidend für die Candidate Experience. Denn laut Studien zu dieser bevorzugen Jobsuchende den Bewerbungsweg per E-Mail, wohingegen Online-Formulare und One-Click-Bewerbungen eher unbeliebt sind. Bedeutend ist auch, ob der Bewerbungsprozess einfach und verständlich ist und ob man nach dem Absenden eine Bestätigung seitens des Unternehmens bekommt.

    Phase 4

    Nach Eingang der Bewerbung kommt es in Phase vier zum Auswahlverfahren. Dieses läuft zwar intern ab, kann allerdings dennoch vom Bewerber wahrgenommen werden. Dabei können beispielsweise zu langsame oder gar keine Rückmeldungen eine negative Candidate Experience bedeuten.

    Phase 5

    Ist der Auswahlprozess abgeschlossen, so erhalten passende Kandidaten im nächsten Schritt eine Einladung zu einem Bewerbungsgespräch, Telefoninterview oder zum Assessment Center, wohingegen ungeeignete Bewerber in der Regel eine Absage erhalten.

    Dabei geht es vor allem auch um die Form und die Formulierung der Ergebniskommunikation. Typische Floskeln und unpersönliche Schreiben sind beispielsweise nicht gern gesehen. Auch zählt hierzu, ob abgelehnten Kandidaten zum Beispiel die Aufnahme in den internen Talent Pool ermöglicht wird, um diese im Sinne des Talent Relationship Managements wieder anzusprechen, falls eine geeignete Position frei wird.

    Im einem persönlichen Vorstellungsgespräch sammelt der Bewerber zusätzlich Eindrücke über den potenziellen Arbeitgeber und kann auch einen Einblick in die Unternehmenskultur erhalten.

    Phase 6

    Hat sich das Unternehmen schlussendlich für einen Bewerber entschieden (bzw. wie es aufgrund des War for Talents meist eher der Fall ist: Hat sich der Bewerber für das Unternehmen entschieden), so wird dieser eingestellt.

    Ein strukturiertes Onboarding ist wichtig für eine positive Candidate Experience. Durch dieses wird der neue Mitarbeiter eingearbeitet. Es trägt maßgeblich dazu bei, ob sich der Kandidat an seinem neuen Arbeitsplatz wohlfühlt. Nachdem die neue Arbeitskraft den Arbeitsalltag schon eine Weile erlebt hat, ist die Candidate Journey beendet. Die Erfahrungen, die sie ab sofort sammelt, sind nun nicht mehr Candidate Experience, sondern Employee Experience. Sind auch diese positiv, so wird der Arbeitnehmer dadurch an das Unternehmen gebunden.

    Warum ist die Candidate Journey wichtig?

    Eine gute Gestaltung aller Kontaktpunkte der Bewerber mit dem Unternehmen und eine dadurch positiv erlebte Candidate Journey bringt viele Vorteile für Arbeitgeber mit sich. Je angenehmer ein Kandidat den Bewerbungsprozess empfindet, desto weniger wahrscheinlich ist ein Bewerbungsabbruch seitens des Bewerbers.

    Daher ist es wichtig, dass die Candidate Journey durch organisiertes Candidate Experience Management gesteuert und kontrolliert wird. Der Abbau von Hürden beim Bewerbungsprozess soll vor allem die High Potentials von einem Bewerbungsabbruch abhalten. Diese sind nämlich die ersten, die sich gegen einen Job entscheiden, wenn sie eine negative Candidate Experience erleben, da sie sich auf Grund des Fachkräftemangels schnell einen anderen Arbeitgeber suchen können.

    Zudem hilft ein aufmerksames Begleiten der neuen Mitarbeiter schon vor der Einstellung dabei, von Anfang an ein Verhältnis zwischen ihnen und dem Unternehmen aufzubauen. Sammelt der Bewerber durchweg positive Erfahrungen, so wird er leichter zum Bewerber und verläuft auch der Bewerbungsprozess nach seinen Vorstellungen, so konvertiert er mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem neuen Mitarbeiter. Durch einen leichten Einstieg und wenn sich der Kandidat von Beginn an im Unternehmen wohlfühlt, steigert dies zudem auch die Loyalität dem Arbeitgeber gegenüber.

    Auch für das Employer Branding ist die Candidate Journey wichtig. Die Erfahrungen eines Bewerbers sprechen sich in Zeiten der Digitalisierung schnell herum, beispielsweise über Arbeitgeberbewertungs-Portale wie kununu. Aber auch offline sprechen sich Erfahrungen herum, wenn sich Kandidaten mit ihren Freunden darüber unterhalten, wie es verlaufen ist. Sind die Meinungen positiv, so stärkt dies den Employer Brand und stellt das Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber dar.

    Wurden die Kontaktpunkte jedoch negativ erlebt, kann das zu schlechten Arbeitgeberbewertungen und damit sogar zu Imageschäden und die allgemeine Wahrnehmung der Unternehmensmarke führen. So können sie sich sogar negativ auf die Produkte oder Dienstleistungen des Betriebes auswirken.

    Wie lässt sich die Candidate Journey optimieren?

    Da bei jedem einzelnen Touchpoint die Gefahr lauert, den Anforderungen der Talente nicht gerecht zu werden, ist es wichtig, sich als Unternehmen in deren Lage zu versetzen und die Candidate Journey aus ihrer Sicht zu betrachten und zu optimieren.

    Für die Optimierung ist eine vorherige Analyse notwendig, für die zunächst alle Interaktionspunkte mit dem Unternehmen zusammengetragen werden müssen. Die Wünsche und Anforderungen der Kandidaten entscheiden letztendlich darüber, wie die einzelnen Kontaktpunkte gestaltet werden sollten. Denn der gesamte Prozess soll für die potenziellen Bewerber so informativ und intuitiv wie möglich verlaufen.

    Wenn notwendig sollten daher Verfahren technisch optimiert werden, z. B. durch Abschaffen eines Log-In-Zwangs, um sich überhaupt bewerben zu können. Stellenanzeigen sollten klar formuliert und nicht abschreckend sein und zudem sollten Informationen über den Arbeitgeber leicht zugänglich sein. Gut ist es, wenn dem Bewerber zu jeder Zeit ein persönlicher Ansprechpartner zur Verfügung steht und man schnell Feedback zu seiner Bewerbung bekommt.

    Vorstellungsgespräche müssen kompetent und vorbereitet wirken, damit sich ein Kandidat ernst genommen fühlt. Auch das Vorstellen der Kollegen und des Arbeitsumfeldes schon bei dem Gespräch macht einen guten Eindruck. Nach Einstellung eines neuen Mitarbeiters sollte der Prozess nicht abrupt enden. Stattdessen sollte er via Onboarding eingearbeitet und ihm das Eingewöhnen somit einfach gemacht werden.

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