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    Fachkräftemangel

    Von einem Fachkräftemangel wird gesprochen, wenn für eine bedeutende Anzahl an Arbeitsplätzen nicht genügend Mitarbeiter mit speziellen Fähigkeiten zur Verfügung stehen. Allerdings ist dieser nicht gleichzusetzen mit einem Arbeitskräftemangel, bei welchem es generell an Arbeitskräften, unabhängig von deren Qualifikation, fehlt. Bei einem Fachkräftemangel herrscht keine Knappheit an Arbeitssuchenden allgemein, sondern an Bewerbern mit akademischer Ausbildung bzw. mit einer Berufsausbildung von mindestens zwei Jahren. So kann also auch trotz einer hohen Arbeitslosigkeitsquote eine Fachkräfteengpass bestehen, welcher sich bei langfristigem Anhalten zu einem Mangel entwickelt. Die Vakanzen eines Unternehmens lassen sich nur schwer besetzen und es kommt zu Vakanzzeiten, die ca. 40 Prozent länger andauern als im Durchschnitt.

    Inhaltsverzeichnis

    Wodurch ent­steht ein Fach­kräfte­mangel?

    Ein Fachkräftemangel kann entweder die gesamte Wirtschaft oder aber, wie in den meisten Fällen, nur bestimmte Bereiche oder Berufsbilder betreffen. Derzeit ist solch ein Mangel in Deutschland vor allem in den Bereichen Medizin, Pflege, Handwerk sowie in den MINT-Berufen vorherrschend. Es handelt sich also nicht um einen flächendeckenden Fachkräftemangel. Stimmen die Qualifikationen der Bewerber nicht mit den Anforderungen der Arbeitgeber überein, so gibt es einen „Mismatch“, also eine sogenannte Fehlanpassung.

    Ein Mangel an Fachkräften entsteht hauptsächlich durch die Folgen des demografischen Wandels. Durch eine immer weiter sinkende Geburtenrate bei einer deutlich höheren Sterberate steigt sich der Altersdurchschnitt der Gesellschaft. Durch diese Veränderung der Bevölkerungsstruktur fehlt es an Nachwuchstalenten, da auch die Zahl der Menschen im arbeitsfähigen Alter somit immer weiter abnimmt. Bei gleichbleibender, wenn nicht sogar wachsender, Wirtschaftsleistung gibt es daher auch immer weniger ausgebildete Fachkräfte.

    Neben dem demografischen Wandel ist auch die zunehmende Digitalisierung in den Wirtschaftsbereichen eine Ursache für die Knappheit qualifizierter Arbeitnehmer. Durch sie verlieren viele Berufe an Bedeutung, während gleichzeitig aber auch viele neue Fachbereiche entstehen, die spezifisches Wissen voraussetzen. Durch die technologischen Entwicklungen stellen Arbeitnehmer daher zunehmend neue Qualifikationsanforderungen an ihre Angestellten. Da frühere Bildungssysteme allerdings noch nicht auf die Digitalisierung angepasst waren, fehlt es heute an Personal mit dem nötigen Fachwissen in den vakanten Bereichen.

    Hinzu kommt noch die Tatsache, dass viele Experten (gerade aus technischen Berufen) ins Ausland ziehen, um sich dort für attraktive Jobs zu bewerben. Das führt dazu, dass dieses Know-how in Deutschland fehlt.

    Welche Folgen hat ein Fachkräfte­mangel?

    Da in vielen Branchen mittlerweile mehr offene Stellen zu besetzen sind, als es Bewerber gibt, herrscht ein großer Konkurrenzkampf um die besten Talente auf dem Arbeitsmarkt. Damit Unternehmen sich in diesem sogenannten War for Talents die besten Fachkräfte sichern können, ist es notwendig, den potenziellen Bewerbern gewisse Anreize zu bieten.

    Durch den Mangel an qualifizierten Arbeitskräften kommt es zu einer Verschiebung der Machtverhältnisse zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Da die Nachfrage an Fachkräften hoch ist, es aber zu wenige von ihnen gibt, um alle Stellen besetzen zu können, haben die Arbeitnehmer die Möglichkeit, sich aus vielen Angeboten für das Attraktivste zu entscheiden. Der damalige Arbeitgebermarkt hat sich damit zu einem Bewerbermarkt entwickelt. Dadurch ist es den Bewerbern möglich geworden, höhere Ansprüche und Forderungen an ihren potenziellen Arbeitgeber zu stellen.

    Um in dem Wettbewerb zu bestehen, lassen sich Unternehmen immer mehr einfallen, um Nachwuchstalente für sich zu gewinnen. So können aufgrund des Engpasses beispielsweise überdurchschnittliche Gehaltsentwicklungen sowie die Einführung neuartiger Arbeitsmodelle beobachtet werden.

    Werden vakante Stellen langfristig nicht besetzt, so kann dies erhebliche Folgen für die Wirtschaft mit sich bringen. Durch dauerhaftes Fehlen ausgebildeter Arbeitskräfte werden das Wirtschaftswachstum und die Wertschöpfung zunehmend geschwächt. Können besonders kleine und mittelständische Unternehmen nicht mehr genügend Fachleute aufbringen, so wird deren Produktion bzw. Dienstleistung darunter leiden. Mit der Zeit kann sich dies zu einem Problem für die gesamte Volkswirtschaft entwickeln, da der Leistungsnachlass einen großen Einnahmeausfall bedeuten würde.

    Laut dem Basler Forschungsinstitut Prognos muss dem Fachkräftemangel daher auch seitens Politik und Wirtschaft entgegengewirkt werden. Ist dies nicht der Fall, so kann sich die Zahl der fehlenden Arbeitskräfte bis zum Jahr 2030 auf insgesamt drei Millionen belaufen.

    Was tun, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken?

    Um den Bedarf an Fachkräften decken zu können, würden beispielsweise Bildungsmaßnahmen zur Vorbereitung auf die digitalisierte Arbeitswelt helfen. Zur Förderung der digitalen Bildung in Deutschland entwickelt das Bundesministerium für Bildung bereits Konzepte für den Ausbildungsmarkt.

    Vor allem bei Mitarbeiterbedarf in der IT-Branche kann ein Outsourcing ins Ausland hilfreich sein. Dies eignet sich aber nicht für alle Berufsbilder, da beispielsweise Dienstleistungsanbieter größtenteils einer gewissen Kundennähe bedürfen. Umgekehrt kann im Ausland aber auch verstärkt nach geeigneten Fachkräften gesucht werden.

    Eine weitere Möglichkeit ist es, neue Arbeitsmarktressourcen zu erschließen und in diesem Sinne z. B. auch Menschen im Rentenalter, Teilzeitarbeiter oder auch Frauen mit kleinen Kindern, in Betracht zu ziehen. Durch den Ausbau von Arbeitsmodellen, welche die Vereinbarung von Beruf und Familie ermöglichen, wäre es somit auch denkbar, dass Frauen mit Nachwuchs schneller wieder zu ihrer Arbeit zurückkehren können.

    Welche Maßnahmen trifft die Bundesregierung?

    Da für die Sicherung von Fachkräften auch seitens der Politik etwas getan werden muss, hat die Bundesregierung die sogenannten „5 Sicherungspfade“ erstellt. Diese sollen dem Mangel an qualifizierten Arbeitern im deutschen Arbeitsmarkt entgegenwirken:

    1.  Aktivierung und Beschäftigungssicherung

    Um dem demografischen Wandel zu trotzen sollten Unternehmen versuchen, ältere Angestellte möglichst lange in ihrem Beschäftigungsverhältnis zu halten. Aus diesem Grund wird das Rentenalter schrittweise immer höher gesetzt, so liegt es derzeit bei 67 Jahren. Gleichzeitig werden ihnen auch flexible Arbeitszeitmodelle angeboten. Neben dieser Maßnahme sollen auch Arbeitslose in der „stillen Reserve“ (diejenigen, die erwerbsfähig sind, aber derzeit nicht arbeiten und auch nicht als arbeitssuchend gemeldet sind) wieder in die Arbeitswelt eingegliedert werden.

    2.  Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf

    Zur Erhöhung der Frauenerwerbstätigkeit sollen mehr Initiativen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie geschaffen werden. Damit soll es auch Müttern von Kleinkindern bzw. alleinerziehenden Müttern (sowie auch Vätern) ermöglicht werden, wieder (mehr) zu arbeiten.

    3.  Bildungschancen für alle von Anfang an

    Eine verbesserte frühkindliche Bildung sowie die Unterstützung der Eltern bei der Begleitung ihrer Kinder auf dem Bildungsweg sollen dazu beitragen, die Anzahl der Schulabbrecher zu verringern und den Kindern bessere Lebens- und Entwicklungschancen zu bieten. Dies soll vor allem Kindern aus sozial schwächeren Familien helfen, eine gute Bildung zu erlangen.

    4.  Qualifizierung: Aus- und Weiterbildung

    Auch die Quote der Berufsausbildungsabbrüche soll nachhaltig gesenkt werden. Durch Sicherstellung eines Schul- bzw. Ausbildungsabschlusses und durch das Angebot attraktiverer Arbeitsbedingungen soll der Fachkräftemangel in Deutschland eingedämmt werden. Dazu sollen sowohl der Beginn eines Studiums als auch Weiterbildungsmaßnahmen innerhalb von Unternehmen zunehmend gefördert werden.

    5.  Integration und qualifizierte Zuwanderung

    Ebenfalls kann die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland hilfreich dabei sein, den Mangel zu beseitigen. Hierbei müssen zunächst das Zuwanderungsrecht und die Bewertung ausländischer Berufs- und Schulabschlüsse geprüft werden. Werden die ausländischen Fachkräfte anschließend richtig integriert und beispielsweise durch Sprachkurse etc. gefördert, so können sie schnell eingegliedert werden und so zur Fachkräftesicherung beitragen.

    Welche Bedeutung hat der Fachkräftemangel für das Recruiting?

    Generell sollten Arbeitgeber den Fachkräften Anreize bieten und dafür vor allem ihre Employer Branding Maßnahmen ausbauen sowie attraktiv gestalten. Durch den Aufbau einer starken Arbeitgebermarke können Unternehmen im Arbeitsmarkt hervorstechen.

    Mit einem höheren Bekanntheitsgrad und einem guten Ruf, beispielsweise durch positive Candidate Experience, können sich Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil im War for Talents verschaffen. Entsprechend präsentieren können sich Arbeitgeber beispielsweise auf der unternehmenseigenen Karrierewebseite oder mit Recruiting-Videos.

    Zum Employer Branding gehört auch, auf Social-Media-Kanälen präsent sein und sich dort ebenfalls auf die Suche nach qualifiziertem Personal zu begeben. Die Online-Kandidatensuche bietet sich durch ihre große Reichweite gerade bei Engpassberufen an. Zudem können über Targeting die Wunsch-Kandidaten zielgerecht angesprochen werden und auch passiv Jobsuchende können auf das Unternehmen aufmerksam werden. Mit Hilfe von kontinuierlichem Monitoring können die Ergebnisse der einzelnen Kanäle miteinander verglichen und, je nach Erfolgsquote, die Mangelprofile angepasst werden.

    Durch die direkte Ansprache passender Kandidaten im Rahmen des Active Sourcing können Unternehmen sowohl für vakante als auch für zukünftig zu besetzende Stellen einen Talent Pool erstellen, auf den sie bei Bedarf zugreifen können. So lassen sich frühzeitig qualifizierte Mitarbeiter identifizieren und für sich gewinnen.

    Auch über Mitarbeiterempfehlungsprogramme lassen sich Fachkräfte gut erreichen. Das Empfehlungsmarketing bringt den Vorteil, dass die eigenen Mitarbeiter die Unternehmenskultur gut kennen und daher wissen, wer gut zum Betrieb passen würde. Außerdem wird davon ausgegangen, dass sich Menschen ihre sozialen Kontakte hauptsächlich aufgrund ähnlicher Werte und Charaktereigenschaften auswählen. Daher ist es wahrscheinlich, dass ein guter Mitarbeiter einen ebenso gute Fachkraft vorschlägt.

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