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    Arbeiterlosigkeit: Bricht der Arbeitskräftemangel bald alle Rekorde?

     „Vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch. Sie kommen in die engere Wahl – ich melde mich zeitnah bei Ihnen.“ Diese Phrase gehörte früher zum Standardrepertoire von Personalern. Inzwischen ist das anders herum. Denn Kandidaten sind rar wie nie. Sie treffen die Entscheidung über eine Zusammenarbeit, nicht mehr Unternehmen. Und zwar in allen Bereichen und auf allen Hierarchieebenen. Die Situation hat sich so zugespitzt, dass Experten inzwischen nicht mehr “nur” von einem Fachkräftemangel sprechen, sondern von einem allgemeinen Arbeitskräftemangel oder Arbeiterlosigkeit. Was steckt dahinter? Das erfahren Sie in diesem Artikel.

    Arbeiterlosigkeit: Bricht der Arbeitskräftemangel bald alle Rekorde?

    Der Arbeitskräftemangel kommt nicht überraschend

    Vor über einem Jahrzehnt prognostizierte das Institut für Arbeitsmarktforschung (IAB), dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer spätestens in den 20er Jahren des 21. Jahrhunderts knapp werden. Inzwischen schreiben wir das Jahr 2022 und stellen fest: Die Experten haben sich damals nicht getäuscht. Im Gegenteil. Die Vorhersage hat sich übererfüllt. 

    Seinerzeit gingen die Analysten davon aus, dass insbesondere Arbeitnehmer aus dem White-Collar-Bereich zur Mangelware würden. Gemeint sind Akademikeroder ausgebildete Fachkräfte, die eine Lehre sowie die ein oder andere Fortbildung abgeschlossen haben. Über Jahre hinweg war daher die Rede von einem bevorstehenden Fachkräftemangel.

    Fachkräftemangel versus Arbeiterlosigkeit – wo liegen die Unterschiede?

    Doch die aktuellen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt zeigen: Dieser Begriff greift zu kurz. Die Personalknappheit betrifft bei weitem nicht nur Fachkräfte. Arbeiter und Hilfsarbeiter sind genauso wenig verfügbar. Daher streichen Arbeitsmarktexperten den Begriff des Fachkräftemangels zunehmend aus ihrem Vokabular und ersetzen ihn gegen den des Arbeitskräftemangels oder der Arbeiterlosigkeit. 

    Die Auswirkungen des Arbeitskräftemangels oder der Arbeiterlosigkeit sehen wir derzeit an allen Ecken und Enden. Im Gastrobereich bleiben Biergärten geschlossen, weil es keine Bedienungen gibt. Derweil verpassen Urlauber ihre Flüge oder stehen stundenlang Schlange, weil an Flughäfen das Boarding-Personal fehlt.

    Wo besteht Arbeitskräftemangel? Welche Branchen am meisten betroffen sind!

    Auch im medizinischen Sektor ist das Personal rar. Im ambulanten Bereich warten Patienten Wochen oder Monate auf einen Arzttermin, während in Krankenhäusern planbare Operationen aus Personalmangel immer häufiger verschoben werden. In der Pflege sieht es nicht besser aus. Für ältere, pflegebedürftige Menschen kommt es einem Sechser im Lotto gleich, einen Platz im Pflegeheim zu bekommen. Wer einen hat, erlebt allerdings Personal, das gestresst von Patient zu Patient rennt, weil es nicht genug helfende Hände gibt. 

    Massiv betroffen vom Arbeitskräftemangel sind auch Kindergärten, Schulen, die Industrie oder Verwaltungen. Die Personalknappheit in Deutschland ist also omnipräsent. Nie gab es mehr offene Jobs, nie weniger Menschen, die sich darauf bewerben. Das belegen auch die Zahlen des Jobportals StepStone schwarz auf weiß: Die Jobbörse verzeichnete jüngst 154 Prozent mehr Stellenausschreibungen als vor der Coronapandemie. Ein Rekordwert!

    Gründe für die Arbeiterlosigkeit

    Und das ist erst der Anfang! Gegenüber dem Stern sagte StepStone-Chef Sebastian Dettmers, der den Begriff der Arbeiterlosigkeit geprägt hat: Wir sehen uns einer nie da gewesenen strukturellen Herausforderung gegenüber. Stichwort: Demographischer Wandel. „Genau jetzt fängt die erwerbstätige Bevölkerung an zu schrumpfen. In den nächsten fünf Jahren noch langsam, dann immer schneller.“ Und damit werde die wichtigste Ressource unserer Wirtschaft immer knapper: der Mensch. 

    Dettmers weiter: „Das betrifft Deutschland, aber auch Europa, und schon bald sämtliche Industrienationen. Denn in keiner entwickelten Volkswirtschaft reichen die Geburtenraten noch aus, um die Bevölkerung stabil zu halten. Die Arbeiterlosigkeit wird damit eine Riesenherausforderung. Der Fachkräftemangel, den wir zum Beispiel gerade im Handwerk und in der Pflege erleben, ist da nur ein Vorbote.“

    Dettmers hat Recht: Allein in Deutschland könnten bis zum Jahr 2030 rund fünf Millionen Fachkräfte fehlen, weil bis dahin hunderttausende Angestellte in den Ruhestand gehen, aber nur deutlich weniger Arbeitskräfte nachrücken. Das zeigt eine aktuelle Erhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

    Schließt die Digitalisierung die Arbeitsmarktlücke? 

    Es gibt zwar einen kleinen Hoffnungsschimmer, dass die voranschreitende Digitalisierung den Arbeitskräftemangel ein wenig abfedern könnte. Immerhin werden Roboter und Künstliche Intelligenzen in den nächsten Jahren viele Jobs übernehmen. Doch in den Augen von Sebastian Dettmers ist das Zukunftsmusik, aber keine Lösung für das akut bestehende Problem der Arbeiterlosigkeit. 

    „An den liegen gebliebenen Koffern an Flughäfen sieht man, dass wir viele Dinge eben noch nicht automatisiert haben. Gerade im Dienstleistungsbereich und in der öffentlichen Verwaltung brauchen wir ganz dringend eine Beschleunigung der Digitalisierung. Sonst besteht die Gefahr, dass die verbleibenden Arbeitskräfte (…) mehr arbeiten müssen, um die anstehenden Aufgaben zu erledigen. Das kann nicht unser Ziel sein.“

    Was bedeutet die Zuspitzung des Fachkräftemangels zur Arbeiterlosigkeit für das Recruiting?

    Vor allem Personalsuchende setzt der Arbeitskräftemangel derzeit massiv unter Druck. Immerhin gilt es, in immer kürzerer Zeit, immer mehr Talente zu rekrutieren. Damit das gelingt, müssen alte Denkmuster aufgebrochen werden, riet Evangelist und Arbeitsmarktexperte Dr. Tobias Zimmermann in einem Webinar von Raven51. Zimmermann ist als Head of Insights & Creation bei SetpStone verantwortlich für die interne Forschung zum Thema Arbeit und Arbeitsmarkt.

    Sein Credo: Unternehmen können nicht erst anfangen zu rekrutieren, sobald eine Stelle vakant ist. Sie müssen stattdessen permanent Augen und Ohren nach Bewerbenden offenhalten, mit vielversprechenden Kandidatinnen und Kandidaten kommunizieren und neue Talente einstellen, sobald diese ihnen über den Weg laufen.

    Lösung für den Arbeitskräftemangel: Wie lässt sich der Arbeitskräftemangel beheben? 

    Zimmermann fügt hinzu: „Wir müssen Jobs so attraktiv machen wie nie zuvor.“ Nur dann bestehe eine Chance, dass sich Talente ernsthaft mit einem Arbeitgeber auseinandersetzen. Umso wichtiger ist es, im Recruiting die Attraktivitätsfaktoren des eigenen Unternehmens in den Mittelpunkt zu rücken.

    Kandidatinnen und Kandidaten kommt es vor allem darauf an:

    • Flexibilität
    • Remote-Work
    • Work-Life-Balance-Angebote
    • Sinnhafte oder zumindest sinnvolle Tätigkeiten

    Neue Zielgruppen ansprechen

    Essentiell wird es außerdem sein, neue Zielgruppen anzusprechen und damit weitere Arbeitsmarktpotenziale auszuschöpfen. Das ist das Ergebnis eines weiteren Raven51-Webinars mit Vertretern von Indeed. 

    In Recruiting stärker eingeschlossen werden sollten zum Beispiel:

    • Langzeitarbeitslose 
    • Frauen und Mütter 
    • Ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, so genannte Silver Ager

    Diese Gesellschaftsgruppen fielen in der Vergangenheit viel zu häufig durchs Raster. Eine stärkere Integration in die Arbeitswelt könnte die Herausforderungen der Arbeiterlosigkeit etwas abmildern. Hier eröffnen sich durch eine zeitgemäße und zielgruppenspezifische Bewerberansprache in Kombination mit Techniken aus dem Produktmarketing auch für Ihr Unternehmen wertvolle Chancen. 

    Wir helfen Ihnen gerne bei der Erstellung von individuellen, zielgruppenspezifischen Inhalten und der perfekten Vermarktung. Sprechen Sie uns an, wir sind jederzeit für Sie da.