Die Branche tauscht sich aus
Die Messe bot für uns auch in diesem Jahr wieder eine gute Gelegenheit, bei unseren Partnern vorbeizuschauen und die Stimmung im Markt hautnah einzufangen. Wir sprachen unter anderem mit Vertretern von Indeed, LinkedIn, stellenanzeigen.de, Jobware, Regio-Jobanzeiger, meinestadt.de, t-online.jobs, XING und vielen mehr. Unser Fazit: Das Jahr 2025 war für viele Jobbörsen kein einfaches. Das ist so weit wenig überraschend.
Es gibt aber auch positive Seiten. Marktbereinigungseffekte zum Beispiel: Es deutet sich für Brancheninsider eine erste Konsolidierung der Jobbörsenbranche an. Kleinere Player verschwinden aus dem überfüllten Teich der Stellenportale, was vor allem unseriöse Anbieter treffen könnte, die horrende Preise für wenig oder keinen Outcome verlangen.
Kein Wunder: Budgets sind knapp und Kunden schauen kritischer hin, was eine Jobbörse Ihnen bietet. Viele Klicks ohne echte Bewerbungen sind nicht mehr tolerabel.
So findet eine natürliche Selektion statt, die letztlich allen nutzt – seriösen Anbietern, Talenten und Arbeitgebern. (Mehr Informationen über schädliche Jobportale finden Sie hier.)
Insolvenz von Monster sorgte für Gesprächsstoff
Natürlich war auch die Insolvenz von Monster ein dominierendes Gesprächsthema. Die Branche ist sich jedoch einig: Diese Entwicklung ist kein Anzeichen dafür, dass der Markt für Stellenanzeigen generell kippt, sondern die Folge gravierender Managementfehler in Kombination mit einer stagnierenden Wirtschaft.
Die schlechte wirtschaftliche Lage der vergangenen Jahre haben zwar auch viele andere Jobbörsen deutlich zu spüren bekommen. Budgets wurden zusammengestrichen und teilweise ging es auch nicht ohne den Abbau von Stellen. Nichtsdestotrotz ist eine gewisse Hoffnung mit Blick auf das kommende Jahr zu spüren.
Enorme Aufwärtsbewegungen des Arbeitsmarktes – wie etwa nach der Coronapandemie – erwartet für 2026 ganz sicher niemand. Viele Player gehen aber davon aus, dass es eine leicht positive Entwicklung geben wird – mit sinkenden Arbeitslosenzahlen und einer langsam steigenden Zahl von Ausschreibungen. Einige Jobbörsen berichten bereits von einem ersten, vernehmbaren Aufwärtstrend.
KI ist Thema Nr. 1 – und zwar quer durch alle Anbieter.
Abgesehen von den Diskussionen über die schwankende Wirtschaftslage kamen Besucher bei der Zukunft Personal um ein weiteres Thema nicht herum: KI. Die Einsatzfelder reichen von der automatisierten, hochgradig zielgruppenspezifischen Erstellung von Stellenanzeigen, über smarteres Targeting bis hin zu neuen Karriere-Services für Kandidaten. Kurz: Die Branche arbeitet intensiv daran, ihre Produkte schlauer und relevanter für Kandidaten und Arbeitgeber zu machen.
Vor allem das Thema Multichannel- bzw. Omnichannel-Recruiting kam immer wieder zur Sprache. Stellenanzeigen werden nicht mehr nach dem Gießkannenprinzip veröffentlicht, sondern extrem präzise auf eine Zielgruppe zugeschnitten und exakt dort ausgespielt, wo passende Talente sich aufhalten. Auf Blogs, Online-Shops – auch auf Screens in der heimischen Arztpraxis, in der U-Bahn oder an der Tankstelle.
Zugegeben: Die Idee ist nicht neu, kann aber mit der aktuellen Technik viel feingranularer umgesetzt werden als früher. Für Recruiter bedeutet das in Zukunft: weniger Masse, mehr Relevanz – und die Chance, Talente künftig noch gezielter zu erreichen.
Deutschlands beste Jobportale ausgezeichnet
Ein weiteres Highlight: Die jährliche Auszeichnung Deutschlands bester Jobportale, basierend auf einer Erhebung von jobboersencheck.de und dem Institute for Competitive Recruiting. Dafür wurden tausende Rückmeldungen von Arbeitgebern und Bewerbern analysiert.
Die Ergebnisse im Überblick:
- Beste Jobsuchmaschinen: Indeed und HeyJobs führen das Ranking an. stellenonline.de folgt auf Platz zwei und jobbörse.de auf Platz drei.
- Beste Spezialjobbörsen: jobvector geht als Sieger in der Kategorie Spezialjobbörse hervor. Auf Platz zwei folgen praktischArzt und greenjobs. Den dritten Platz belegt HOGAPAGE.
- Beste Generalisten-Jobbörsen: Stepstone sichert sich erneut den ersten Platz. Dahinter folgen LinkedIn auf Rang zwei und Jobware und stellenanzeigen.de auf Platz drei.
„Die Ergebnisse spiegeln die Bedeutung von Jobportalen im Recruiting wider: Rund 35 Prozent aller Bewerbungen entstehen über diese Kanäle. Wir wollen hier weiter Maßstäbe setzen“, so Anna Lenhard, Produktmanagerin bei stellenonline.de, die die Auszeichnung stellvertretend für das gesamte Team entgegennahm.
Raven51 auf dem Podium
Last but not least: Raven51 war mittendrin im Keynote-Geschehen. Unser CMO, Udo A. Völke, betrat gleich zweimal die Bühne – mit Fragen wie:
- Schreibt KI bald bessere Anzeigen als Menschen?
- Wird die klassische Stellenanzeige von Suchmaschinen und Bots verdrängt?
- Und welche Rolle bleibt eigentlich noch für Agenturen?
Dazu hatte Udo A. Völke bei der Podiumsdiskussion „Zukunft der Jobbörsen“ jede Menge Input im Gepäck. Gemeinsam mit Vertretern von Jobportalen und Agenturen ging es um die Frage: „Wie sieht Recruiting in 5 Jahren aus?“
Bei dem XING HR-Experten Talk zum Thema „Recruiting in Krisenzeiten“ diskutierte unser CMO mit führenden HR-Köpfen über Trends, die bleiben – und Buzzwords, die schon morgen wieder verpufft sind. Besonders im Fokus: Wie wir aktuelle Herausforderungen mit Hilfe von KI, Daten und neuen Strategien in Chancen verwandeln.
All diese Themen werden wir in unserem Blog noch einmal gezielt erörtern – bleiben Sie dran.

