Echter Austausch, keine Hektik
Keine schnellen Kontakte im Vorbeigehen, kein Messegeschiebe, sondern intensive Gespräche über die Themen, die Recruiterinnen, Recruiter und HR-Verantwortliche aktuell wirklich beschäftigen. Am Raven51-Stand tauschten sich unsere Experten Norman Zander, Sandrine Cojocariu, Marcel Matiasovski, Malina Ambrosi und Florian Grösch mit Recruitern, HR-Verantwortlichen und Entscheiderinnen und Entscheidern aus dem Personalmarketing aus.
Dabei wurde schnell klar: Viele Unternehmen denken Recruiting nicht mehr nur über einzelne Stellenanzeigen oder kurzfristige Reichweite. Es geht zunehmend um Strategie.
- Welche Kanäle passen zur Zielgruppe?
- Wie lassen sich Budgets sinnvoll einsetzen?
- Wie können Stellenanzeigen, Social Media, Fachmedien, Kampagnen und Arbeitgeberkommunikation sinnvoll zusammenspielen?
- Und welche Rolle übernehmen Daten und KI dabei?
Unser Eindruck: Gerade für mittlere und größere Unternehmen wird diese strategische Perspektive wichtiger. Recruiting muss schneller, transparenter und messbarer werden. Gleichzeitig steigen die Erwartungen der Bewerbenden: Sie wollen Orientierung, klare Kommunikation und ein glaubwürdiges Bild vom Arbeitgeber.
KI bringt Effizienz. Und Kopfweh.
Ein besonderer Impuls kam von unserem Employer-Branding-Experten Patric Cloos auf der Innovation Stage der TALENTpro. Sein Vortrag trug den Titel: „KI bringt Effizienz. Und Kopfweh. Warum Employer Branding im KI-Zeitalter menschlicher werden muss.“ Der Titel brachte ziemlich genau auf den Punkt, was viele Personalverantwortliche aktuell spüren: KI eröffnet enorme Möglichkeiten. Sie kann Routineaufgaben übernehmen, Zielgruppen analysieren, Jobs klarer profilieren und Recruiting-Prozesse beschleunigen. Sie hilft dabei, Muster zu erkennen, Daten nutzbar zu machen und Kandidatinnen und Kandidaten gezielter anzusprechen.
Aber genau darin liegt auch die Herausforderung. Denn wenn vieles schneller, automatisierter und scheinbar einfacher wird, steigt die Gefahr, dass Recruiting austauschbarer wirkt. Stellenanzeigen klingen ähnlicher. Arbeitgeberbotschaften werden glatter. Kommunikation wird effizienter, aber nicht automatisch verbindlicher. Patrics zentrale Botschaft war deshalb klar: KI wird Recruiting massiv verändern. Aber sie ersetzt nicht das, worauf es am Ende ankommt – Vertrauen, Haltung und menschlichen Kontakt. Sein Statement: „Die Arbeitgebermarke der Zukunft wird nicht die sein, die am lautesten nach KI ruft. Sondern die, die zeigt, wie Technologie und Menschlichkeit sinnvoll zusammenspielen.“
Damit war der Vortrag aber wohlgemerkt keine Absage an Technologie. Im Gegenteil. Er war ein Plädoyer dafür, KI bewusst einzusetzen: als Werkzeug für mehr Effizienz, bessere Zielgruppenansprache und klarere Prozesse – aber nicht als Ersatz für Haltung, Kommunikation und echte Beziehung.
Warum Employer Branding durch KI wichtiger wird
Employer Branding wird durch KI also nicht überflüssig. Im Gegenteil: Es wird wichtiger. Denn je stärker Recruiting-Prozesse technologisch unterstützt werden, desto klarer müssen Unternehmen zeigen, was sie als Arbeitgeber ausmacht. Hierbei geht es um eine klare Positionierung, ein echtes Verständnis der Zielgruppen und um Jobs, die nicht einfach beschrieben, sondern profiliert werden:
- Was macht die Aufgabe relevant?
- Welche Erwartungen sind realistisch?
- Welche Menschen passen zur Rolle?
- Und wie gestaltet das Unternehmen die Zusammenarbeit von Mensch und Technologie?
TALENTpro Awards: Premiere mit starkem Recruiting-Tech-Signal
Auch die Premiere der TALENTpro Awards griff diesen roten Faden auf. Denn ausgezeichnet wurden Cases, die zeigen, wie Recruiting heute kreativer, technologischer und wirkungsorientierter gedacht werden kann. Für uns war die Award-Verleihung gleich doppelt interessant. Zum einen, weil unser Vorstand Udo A. Völke Teil der Jury war und die Laudatio in der Kategorie Recruiting Tech halten durfte. Zum anderen, weil in genau dieser Kategorie ein Case ausgezeichnet wurde, der auch aus Raven51-Sicht besonders spannend ist: DKV Mobility gewann Gold mit „KI im passiven Bewerbermarkt“ – umgesetzt mit der Active-Sourcing-KI von skillconomy, einem Partner von Raven51.
Jonas Krömer, CEO von skillconomy, nahm die Trophäe stellvertretend für Sarah Issiakou von DKV Mobility entgegen. Ein besonderer Moment – und ein starkes Signal für den Markt. DKV Mobility hatte früh den Mut, die Sourcing-KI von skillconomy breit auszurollen. Die Ergebnisse schlagen sich mehr als deutlich in den Recruiting-KPIs nieder. Raven51-CMO Udo A. Völke ordnete die Entscheidung für den ersten Platz im Nachgang als besonders knapp ein: Am Ende sei es in der Kategorie Recruiting Tech ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen gewesen – insbesondere mit dem Siemens-Case „SIEYA: Siemens – Your Adventure“.
Gerade das zeigt, wie hoch das Niveau der eingereichten Projekte war und wie unterschiedlich Recruiting-Innovation heute aussehen kann: von KI-gestütztem Active Sourcing bis hin zu gamifizierten Candidate Journeys. Deshalb gehen herzliche Glückwünsche nicht nur an DKV Mobility, Sarah Issiakou und skillconomy, sondern natürlich auch an Daniela Duschl, Stefan Zeidler und Bastian Stolz von Siemens für den starken zweiten Platz.
Die Gewinner aller Kategorien des TalentPro Awards im Überblick
In der Kategorie Recruiting Tech wurden ausgezeichnet:
Gold: DKV Mobility mit „KI im passiven Bewerbermarkt“
Silber: Siemens mit „SIEYA: Siemens – Your Adventure“
Bronze: Lechwerke mit „PowerApp-Recruiting“
In der Kategorie Recruiting gingen die Auszeichnungen an:
Gold: Galenica mit „Silver TALENT – Golden Impact“
Silber: zeb consulting mit „Shadowing Days – authentisches Recruiting durch echte Projekteinblicke“
Bronze: twentyfourtalents powered by OVB MEDIA mit „Besetzung im Pflegebereich“
In der Kategorie Employer Branding wurden prämiert:
Gold: Piening mit „Corporate Influencer“
Silber: Siemens mit „Bist du Gamer? Unsere Zielgruppe auch!“
Bronze: Riverty Group mit „Riverty Rebranding“
Ein großes Dankeschön gilt der gesamten Jury für ihr ehrenamtliches Engagement – und natürlich allen Unternehmen, die mit ihren Cases gezeigt haben, wie vielfältig Recruiting heute gedacht werden kann.
Stimmen und Eindrücke von der Messe
Unser Fazit nach der TALENTpro: Es war vielleicht nicht die vollste Messe des Jahres. Aber es war eine mit Substanz. Die Gespräche am Stand, Patrics Vortrag auf der Innovation Stage und die Premiere der TALENTpro Awards haben gezeigt, wie stark sich Recruiting gerade verändert. Technologie kann Prozesse verbessern. Daten können Entscheidungen schärfen. KI kann Reichweite, Sourcing und Kampagnensteuerung unterstützen. Aber Verbindung entsteht durch Menschen. Durch Haltung. Durch Kommunikation. Und durch Arbeitgebermarken, die nicht nur sichtbar, sondern glaubwürdig sind.
