Social Media Recruiting – welche Zielgruppe ist auf welchem Netzwerk zu finden?

2017 veröffentlichte Universal McCann (UM) weitere Ergebnisse aus ihrer „Wave9“-Studie. Diese Studie untersuchte die verschiedenen Social-Media-Kanäle und nahm die Bedürfnisse der Nutzergruppen auf den einzelnen Plattformen in Augenschein. Auf Grundlage der Ergebnisse kann so gezielter eine Aussage darüber getroffen werden, ob eine Zielgruppe im jeweiligen Netzwerk vertreten ist oder nicht. Aus den Ergebnissen wiederum lässt sich ableiten, welche Kanäle für Unternehmen zum Beispiel für Social Media Recruiting geeignet sind.

Social Media Recruiting beschreibt die Bewerbersuche über soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram oder Twitter. Mithilfe von Werbeanzeigen (Social Ads) können Unternehmen potenzielle Kandidaten direkt ansprechen.

Wichtig ist, dass die Zielgruppe des Unternehmens auf den Kanälen vertreten ist. Außerdem sollte berücksichtigt werden, dass ein Unternehmen nicht auf zu vielen Kanälen aktiv ist, da dies zu Unglaubwürdigkeit und hohen Streuverlusten führen kann.

Folgendes ist beim Social-Media-Mix zu beachten

Bevor Unternehmen sich Gedanken über den richtigen Social-Media-Mix machen, sollten sie folgende Fragen beantworten:

  • Ist meine Zielgruppe auf der Plattform vertreten und nutzt sie diesen Kanal auch?
  • Passen die Nutzungsmotive des Kanals zu meiner Arbeitgebermarke?

Sind diese beiden Fragen geklärt, geht es weiter mit der Auswahl der richtigen Plattform. Dabei ist es wichtig, bestimmte Kriterien wie

  • Alter der Follower
  • Interessen
  • Geschlecht
  • Regionale Verteilung

genauer in Betracht zu ziehen. Die wichtigsten Eckdaten zu Facebook, Instagram und Twitter haben wir zusammengefasst.

Der Platzhirsch: Facebook

Mit über 2,1 Milliarden aktiven Nutzern gehört Facebook zu den Top 3 der meist besuchten Webseiten in Deutschland. Aufgrund dieser Größe ist so gut wie jede Zielgruppe auf dieser Plattform vertreten. Die größte Gruppe sind Nutzer im Studierendenalter. Großes Wachstum ist aktuell in der Altersgruppe ab 45 Jahren zu sehen. Die Interaktion der Nutzer ist unter allen Social-Media-Plattformen ebenfalls am größten. Arbeitgeber sollten Facebook auf jeden Fall mit in ihren Recruiting-Mix aufnehmen. Erfahren Sie mehr zum Thema „Wie schalte ich Facebook Ads?“.

Die Lifestyle-Plattform: Instagram

Der Fokus von Instagram liegt auf dem Teilen von Fotos, Bildern und Kurzmitteilungen sowie Storys (Kurzvideos), die nach 24 Stunden automatisch wieder verschwinden. Über 15 Millionen Nutzer sind in Deutschland aktiv. Weltweit sind es sogar über 700 Millionen Nutzer. Auf Instagram sind sehr stark die Generation Y (geboren im Zeitraum von 1979 bis 1998) und Generation Z (geboren im Zeitraum von 1999 bis 2010) vertreten. Sind Arbeitgeber auf der Suche nach jungen Talenten, so ist Instagram ein geeigneter Kanal.

Der Microblogging-Dienst: Twitter

Rund 12 Millionen Menschen nutzen den Microblogging-Dienst in Deutschland. Knapp ein Drittel der Nutzer deckt die Altersgruppe von 20 bis 29 Jahren ab. Rund 20 % der Nutzer sind im Alter von 30 bis 39 Jahren. Mit 53 % nutzen mehr Männer den Kurznachrichtendienst als Frauen.

Wie spreche ich die passende Zielgruppe an?

Die einzelnen Communitys verfügen über eine große Reichweite, die über Werbeanzeigen erreicht werden können. Vor der Schaltung einer Anzeige wird ein Targeting festgelegt. Dieses beinhaltet u. a.

  • Standort (Region, Stadt, PLZ-Gebiete oder Land)
  • Alter und andere demografische Angaben
  • Sprache, Berufsbezeichnung und Geschlecht
  • Interessen (u. a. Hobbys und persönliche Interessen)

Anschließend werden die Profile mithilfe eines Algorithmus abgeglichen. Passenden Profilen wird die Werbeanzeige in der Timeline als „gesponserte Werbeanzeige“ ausgespielt.

Für die Rekrutierung über Twitter gibt es sogenannte Twitter Cards. Mit diesen Cards wird ein Vorschautext unterhalb eines Tweets angezeigt. Dadurch ist mehr Platz für Informationen als bei den herkömmlichen Tweets (max. 140 Zeichen) vorhanden. Zusätzlich helfen Hashtags, über die die Jobs schneller gefunden werden können.

Fazit

Pauschal lässt sich nicht sagen, welche sozialen Netzwerke für Unternehmen als Werbeplattform geeignet sind. Voraussetzung zur Nutzung der Community ist, dass die Zielgruppe vorhanden ist. Bei der Platzierung der Werbeanzeigen spielen Faktoren wie Interessen der Zielgruppe, Geschlecht und weitere Kriterien eine Rolle. Unternehmen sollten sich vorab Gedanken zu diesen Faktoren machen und individuell abwägen, welche Kanäle für sie in Frage kommen.