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Personalgewinnung öffentlicher Dienst

Personalgewinnung im öffentlichen Dienst: Wie Behörden passende Fachkräfte erreichen

Personalgewinnung im öffentlichen Dienst ist eine doppelte Herausforderung: Während die Aufgaben wachsen, fehlen vielerorts Menschen, die sie übernehmen können. Tendenz steigend. Denn in den kommenden Jahren werden zahlreiche erfahrene Mitarbeitende in den Ruhestand gehen. Das verlangt im Recruiting klare Prozesse, klare Botschaften und eine klare Strategie. In diesem Artikel erfahren Sie, worauf es dabei ankommt.
Personalgewinnung im öffentlichen Dienst ist eine doppelte Herausforderung: Während die Aufgaben wachsen, fehlen vielerorts Menschen, die sie übernehmen können. Tendenz steigend. Denn in den kommenden Jahren werden zahlreiche erfahrene Mitarbeitende in den Ruhestand gehen. Das verlangt im Recruiting klare Prozesse, klare Botschaften und eine klare Strategie. In diesem Artikel erfahren Sie, worauf es dabei ankommt.

Inhaltsverzeichnis

Personalgewinnung im öffentlichen Dienst –
Das Wichtigste in Kürze

  • Erfolgreiche Personalgewinnung im öffentlichen Dienst beginnt mit einer klaren Zielgruppenanalyse – nicht mit der Buchung einzelner Kanäle.

  • Sinnstiftende Aufgaben und Arbeitsplatzsicherheit sind starke Argumente, müssen aber konkret und passend zur jeweiligen Zielgruppe vermittelt werden.

  • Verständliche Jobtitel, realistische Anforderungen und greifbare Einblicke in Aufgaben und Rahmenbedingungen verbessern die Qualität der Bewerbungen.

  • Der Kanalmix sollte sich an Berufsgruppe, Region und Suchverhalten orientieren und aktiv sowie passiv Suchende berücksichtigen.

  • Ein einfacher, mobiler und transparenter Bewerbungsprozess entscheidet mit darüber, ob Interessierte ihre Bewerbung abschließen.

  • Rechtssicherheit und eine gute Candidate Experience schließen sich nicht aus. Klare Abläufe, verbindliche Zuständigkeiten und regelmäßige Rückmeldungen verbinden beides.

  • Recruiting-Erfolg misst sich nicht allein an Klicks oder Bewerbungszahlen, sondern vor allem an passenden Bewerbungen und Einstellungen.

  • Eine Personalmarketingagentur unterstützt bei Zielgruppenanalyse, Stellenanzeigen, Kanalwahl, Multiposting, Kampagnensteuerung und laufender Optimierung.

Warum wird eine strategische Personalgewinnung im öffentlichen Dienst immer wichtiger?

Das Thema Personalgewinnung wird für den öffentlichen Dienst nicht nur immer wichtiger, sondern brisanter. Bereits heute fehlen zahlreiche Stellen und gleichzeitig steht eine große Ruhestandswelle bevor. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren zum 30. Juni 2025 rund 5,5 Millionen Menschen im öffentlichen Dienst beschäftigt. Das entsprach etwa zwölf Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Beschäftigtenzahl zwar um 1,8 Prozent. Der zusätzliche Personalbedarf lässt sich damit jedoch nicht auffangen. Das zeigt der dbb Monitor öffentlicher Dienst 2026.

Demnach fehlen Bund, Ländern und Kommunen bereits rund 600.000 Beschäftigte, um alle übertragenen Aufgaben angemessen erfüllen zu können – etwa 30.000 mehr als im Vorjahr. Es kommt noch schlimmer: Nach einer aktuellen Vorausberechnung des Statistischen Bundesamtes erreichen bis 2040 deutschlandweit rund 13,3 Millionen Erwerbspersonen das gesetzliche Rentenalter. Diese Zahl bezieht sich zwar auf den gesamten Arbeitsmarkt, wird aber den Personalengpass bei öffentlichen Arbeitgebern definitiv weiter verstärken.

Wo die größten Personalbedarfe im öffentlichen Dienst bestehen

Besonders groß ist der Bedarf bei Lehrkräften, in Gesundheit und Pflege sowie in den Kommunalverwaltungen. Gleichzeitig konkurrieren öffentliche Arbeitgeber bei IT-Fachkräften, Ingenieurinnen, Erziehern, Verwaltungsspezialistinnen oder Auszubildenden mit der Privatwirtschaft und untereinander. Allerdings sieht die Lage nicht überall gleich aus.

„Das hängt stark von Organisation und Berufsgruppe ab. Natürlich gibt es Bereiche mit massivem Fachkräftemangel. Gleichzeitig erleben wir aber auch viele öffentliche Arbeitgeber mit sehr vielen Bewerbungen. Dort lautet die eigentliche Herausforderung: Wie bearbeiten wir diese schnell, transparent und rechtssicher?“, betont Gero Hesse, CEO von Embrace. Um Fragen wie diese zu klären, hat er gemeinsam mit Stefan Wagner, Director Portfolio Consulting bei EMBRACE, die Initiative „amtlich voran“ in Leben gerufen. Raven51 unterstützt diese als Partner. Mit Podcasts, Webinaren, Veranstaltungen und einem eigenen Forum bringt sie Verantwortliche aus dem öffentlichen Dienst zusammen und macht erfolgreiche Lösungen sichtbar. 

Bei vielen Herausforderungen in der Personalgewinnung im öffentlichen Dienst stehen öffentliche Arbeitgeber vor ähnlichen Fragen – arbeiten aber noch zu häufig unabhängig voneinander an Lösungen. Die Initiative „amtlich voran“ bringt mit Podcasts, Webinaren, Veranstaltungen und einem eigenen Forum Verantwortliche aus dem öffentlichen Dienst zusammen und macht erfolgreiche Lösungen sichtbar. Im Interview erklärt Gero Hesse Genaueres.

Gero Hesse Portrait 2024 1

Personalgewinnung im öffentlichen Dienst – differenziert vorgehen

Aber zurück zum Thema: Gerade weil die Recruitingbedarfe öffentlicher Arbeitgeber so unterschiedlich sind, muss die Personalgewinnung im öffentlichen Dienst differenziert betrachtet werden. Nicht jede unbesetzte Stelle ist automatisch das Ergebnis fehlender Bewerbungen. Manchmal werden ausreichend oder sogar zu viele Talente erreicht, aber zu wenige davon passen zur Aufgabe. Manchmal springen gute Kandidatinnen und Kandidaten während des Verfahrens ab. Und manchmal reagiert der Fachbereich so spät, dass die Favoritin längst bei einem anderen Arbeitgeber unterschrieben hat.

Umso wichtiger ist eine passgenaue Recruiting-Strategie. Bevor also blind weitere Stellenportale gebucht oder das Mediabudget erhöht werden, wenn es im Recruiting nicht rund läuft, sollte klar sein, wo der eigentliche Engpass liegt:

  • Fehlt es an Sichtbarkeit in der relevanten Zielgruppe?
  • Erzeugt die Stellenanzeige zwar Klicks, aber keine Bewerbungen?
  • Ist der Bewerbungsweg zu kompliziert?
  • Oder kommen genügend Bewerbungen an, von denen jedoch nur wenige die entscheidenden Anforderungen erfüllen?

Je nach Antwort braucht es eine andere Lösung – einen präziseren Kanalmix, konkretere Stellenanzeigen, einen einfacheren Bewerbungsprozess oder verbindlichere interne Abläufe. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, entscheidet sich jedoch nicht am Kanal, sondern an den Menschen, die für die Stelle gewonnen werden sollen.

Wie lässt sich die Personalgewinnung im öffentlichen Dienst strategisch aufstellen?

„Das wichtigste Prinzip lautet: nicht vom Kanal ausgehen, sondern von der Zielgruppe. Arbeitgeber müssen sich zuerst fragen: Wen wollen wir erreichen, sucht die Zielgruppe aktiv oder eher passiv, welche Informationsbedürfnisse hat sie und über welche Kontaktpunkte ist sie erreichbar?“, betont Matthias Schröder, Chief Sales Officer bei Raven51.

 

Für die Zielgruppenanalyse reicht es deshalb nicht, nur Berufsabschluss und Jobtitel festzuhalten. Auch Berufserfahrung, aktuelle Arbeitssituation, regionale Verfügbarkeit, Wechselbereitschaft und Erwartungen an einen Arbeitgeber spielen eine Rolle. Doch wie lassen sich diese Informationen zusammentragen?

Die Zielgruppe kennenlernen

Der beste Ausgangspunkt ist das Gespräch mit dem Fachbereich. Statt lediglich eine Liste fachlicher Anforderungen zu übernehmen, sollten Personalverantwortliche genauer nachfragen:

  • Welche Aufgaben prägen den Arbeitsalltag?
  • Was muss die neue Person vom ersten Tag an können?
  • Welche Kenntnisse lassen sich später erwerben?
  • Was könnte sie an der Stelle reizen – und was möglicherweise abschrecken?
  • Wie muss die Person ticken, damit sie ins Team passt?

Auch Gespräche mit Mitarbeitenden aus vergleichbaren Positionen liefern wertvolle Einblicke. Sie wissen meist sehr genau, warum sie sich für den öffentlichen Dienst entschieden haben, welche Argumente sie überzeugt haben und welche Fragen vor ihrer Bewerbung offen waren.

Recruiting-Daten und Candidate Personas

Hilfreich kann auch eine Candidate Persona sein – sie verdichtet die wichtigsten Merkmale, Erwartungen, Wechselmotive und Informationswege einer typischen Wunschkandidatin oder eines typischen Wunschkandidaten zu einem anschaulichen Profil und erleichtert so die Auswahl passender Botschaften und Recruiting-Kanäle.

Eine Candidate Persona können Sie sich entweder von einem externen Dienstleister erstellen lassen, oder Sie erstellen sie selbst. Wie, verraten die beiden Raven51-Experten Norman Zander und Marcel Matiasowski in ihrem Webinar:

Warum überzeugt der öffentliche Dienst grundsätzlich als Arbeitgeber?

Wer weiß, wen er erreichen möchte und worauf Talente Wert legen, kann daraus im nächsten Schritt die passenden Botschaften ableiten. Ein Vorteil: Dafür bringt der öffentliche Dienst viele überzeugende Argumente mit, die für Talente attraktiv sind:

  • sinnstiftende Aufgaben
  • Arbeitsplatzsicherheit
  • verlässliche Rahmenbedingungen

Und: eine enorme berufliche Vielfalt. Beschäftigte planen Infrastruktur, digitalisieren Verwaltungsleistungen, unterrichten Kinder, schützen Daten, unterstützen Familien oder sorgen für Sicherheit. Die gesellschaftliche Wirkung muss also nicht erst erfunden werden – sie steckt bereits in der täglichen Arbeit.

Welche dieser Stärken im Recruiting besonders betont werden sollte, hängt von der gesuchten Zielgruppe ab. IT-Fachkräfte interessieren sich möglicherweise für technische Gestaltungsspielräume und konkrete Digitalisierungsprojekte. Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger möchten wissen, wie sie eingearbeitet werden und welche Entwicklungsmöglichkeiten ihnen offenstehen. Erfahrene Fachkräfte achten dagegen stärker auf Verantwortung, Entscheidungsspielräume und die Anerkennung ihrer bisherigen Berufserfahrung.

Wie entstehen zielgruppenspezifische Stellenanzeigen?

Ohne jeden Zweifel ist die Stellenanzeige einer der wichtigsten Kontaktpunkte im Recruiting und einer der Hauptüberbringer Ihrer Recruiting-Botschaften. Die Stellenanzeige übersetzt Ihre Stärken in konkrete Argumente. Sie sollte nicht nur Aufgaben und formale Anforderungen auflisten, sondern die Fragen beantworten, die für die gesuchten Talente tatsächlich relevant sind.

 

In der Praxis entstehen Ausschreibungen jedoch häufig aus vorhandenen Vorlagen: Der Fachbereich ergänzt seine Anforderungen, die Personalabteilung fügt die Pflichtangaben hinzu – und am Ende steht ein formal korrekter Text, in dem sich die Zielgruppe kaum wiederfindet. Das kann passende Talente kosten.

Möglichst realistische Einblicke geben

Statt allgemeiner Versprechen braucht es deshalb möglichst konkrete Einblicke. Aus „Sie leisten einen wichtigen Beitrag“ wird beispielsweise: „Sie entwickeln einen digitalen Bürgerservice, den täglich mehrere Tausend Menschen nutzen.“ Ergänzende Informationen über Führung, Zusammenarbeit, Flexibilität, technische Ausstattung und den Auswahlprozess machen die Stelle greifbar und helfen Interessierten bei ihrer Entscheidung.

Auch der Jobtitel muss zur Zielgruppe passen. Verwaltungsinterne Bezeichnungen oder komplizierte Funktionsbeschreibungen mögen organisatorisch korrekt sein, werden außerhalb der eigenen Behörde aber häufig weder verstanden noch gesucht. Ein klarer, marktüblicher Titel erhöht die Chance, dass die Anzeige in Jobbörsen und Suchmaschinen gefunden wird. Die interne Bezeichnung kann ergänzend genannt werden.

Anforderungen realistisch priorisieren

Besondere Aufmerksamkeit verdient das Anforderungsprofil. Lange Listen mit Fachkenntnissen, Abschlüssen und persönlichen Eigenschaften schrecken auch grundsätzlich geeignete Menschen ab. Gemeinsam mit dem Fachbereich sollte deshalb geklärt werden:

  • Was ist für die Tätigkeit wirklich unverzichtbar?
  • Was kann nach dem Einstieg erlernt werden?
  • Und welche Anforderungen sind lediglich aus einer alten Ausschreibung übernommen worden?

Ebenso konkret sollten öffentliche Arbeitgeber ihre Leistungen beschreiben. „Flexible Arbeitszeiten“, „Weiterbildungsmöglichkeiten“ oder „eine sinnstiftende Tätigkeit“ bleiben austauschbar, solange niemand erfährt, was das im Arbeitsalltag konkret bedeutet. Aussagekräftiger sind Angaben zu Gleitzeit, mobilem Arbeiten, Fortbildungsbudgets, Einarbeitung und der konkreten Wirkung der Aufgabe.

Cheat Sheet: Spickzettel für die ultimative Stellenanzeige

Tipps und Tricks zur Erstellung der ultimativen Stellenanzeige!
Alles Wichtige auf einen Blick.

R51 thumbnail Cheat Sheet Stellenanzeigen
  • Struktur und Übersicht

  • Red Flags und Green Flags

  • Geschlechtsneutrale Sprache

  • Zielgruppenanalyse und Kanäle

  • Keywords & SEO-Optimierung

  • Call-to-Action (CTA) & Bewerbungsprozess

Welche Rolle spielt die Karriereseite bei der Personalgewinnung im öffentlichen Dienst?

Die Stellenanzeige macht auf eine konkrete Aufgabe aufmerksam. Bevor sich Interessierte bewerben, möchten viele jedoch mehr wissen: Wie arbeitet die Organisation? Wer sind die Menschen dahinter? Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es? Wie flexibel ist die Arbeit? Und was passiert nach dem Klick auf „Jetzt bewerben“? Antworten darauf sollte die Karriereseite liefern.

 

Gerade für öffentliche Arbeitgeber ist sie ein wichtiger Ort, um ihre häufig wenig bekannten Tätigkeitsfelder sichtbar zu machen. Ein allgemeiner Hinweis auf einen „sicheren Arbeitsplatz“ reicht dafür nicht aus. Aussagekräftiger sind konkrete Einblicke in Projekte, Teams und Arbeitsbedingungen: Mitarbeitende können in Videos von ihrem Alltag erzählen, Bilder zeigen die tatsächliche Arbeitsumgebung und verständliche Beispiele verdeutlichen, welche Wirkung einzelne Berufe für Bürgerinnen und Bürger haben.

Case Caritas: Employer Branding und Karriere-Website

„Mit der neuen Arbeitgebermarke zeigen wir endlich, wie offen und vielfältig die Caritas im Bistum Limburg wirklich ist.“

 

Dr. Karl Weber und Jörg Klärner, Vorstände des Caritasverbandes für die Diözese Limburg

R51 thumbnail Caritas
  • Image grundlegend modernisiert und aufmerksamkeitsstark in Szene gesetzt

  • Neue Arbeitgebermarke schafft verbindendes Dach für gesamten Verband

  • Die Kampagne stärkt Sichtbarkeit und erhöht Bewerbungszahlen

Es kommt auf einen einheitlichen Auftritt an

Dabei müssen Stellenanzeige und Karriereseite zusammenpassen. Wirbt eine Ausschreibung mit moderner Zusammenarbeit und flexiblen Arbeitsmodellen, sollten Interessierte dazu auf der Website konkrete Informationen finden. Bleiben die Aussagen allgemein oder widersprechen sich Angaben, entstehen schnell Zweifel an der Glaubwürdigkeit.

 

Viele Karriereseiten lassen hier Potenzial liegen. Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigt die Karriere-Websites-Studie 2025 der Hochschule RheinMain und Raven51. Die 155 untersuchten Karriere-Websites erfüllten im Durchschnitt knapp 59 Prozent aller geprüften Anforderungen. 45 Prozent der Websites zählten lediglich zum guten Durchschnitt, 39 Prozent wurden als rückständig und weitere 12 Prozent als abgehängt bewertet. Auch bei öffentlichen Arbeitgebern zeigte sich ein großes Gefälle.

 

„Unsere Studie zeigt ein sehr uneinheitliches Bild: Einige Städte und Stadtwerke gehören inzwischen zu den besten Arbeitgebern im Gesamtranking. Gleichzeitig bleiben zahlreiche öffentliche Institutionen, Bundesländer und Landespolizeien deutlich zurück. Gerade angesichts der bevorstehenden Ruhestandswelle können sich öffentliche Arbeitgeber schwer verständliche, wenig informative oder technisch schwache Karriere-Websites jedoch immer weniger leisten“, so Professor Dr. Thorsten Petry und Sebastian Meurer, die beiden Autoren der Karriere-Websites-Studie 2025 der Hochschule RheinMain und Raven51.

Was eine gute Karriereseite ausmacht

Für die Personalgewinnung im öffentlichen Dienst bedeutet das: Eine Karriereseite muss nicht spektakulär sein, aber sie sollte schnell verständlich, mobil nutzbar und barrierearm aufgebaut sein. Eine klare Navigation, gut auffindbare Stellenangebote, eine funktionierende Suche und verständliche Informationen zum Auswahlprozess gehören zur Basis. Auch Ladezeiten, fehlerhafte Links und unnötige Weiterleitungen sollten regelmäßig geprüft werden.

 

Dabei endet eine gute Karriereseite nicht beim Klick auf „Jetzt bewerben“. Auch der anschließende Bewerbungsweg prägt den Eindruck, den Interessierte vom Arbeitgeber gewinnen. Funktioniert der Wechsel zum Bewerbungsformular nicht reibungslos oder wird der Prozess unnötig kompliziert, kann selbst eine überzeugende Karriereseite ihre Wirkung verlieren.

Karriereseite: Mit optimaler Candidate Experience Talente gewinnen

Insights aus der Karriere-Websites-Studie

Mit diesem Leitfaden verbessern Sie die Candidate Experience Ihrer Karriereseite – die Takeaways:

R51 thumbnail Leitfaden Karrierewebsite Candidate Experience
  • Was eine überzeugende Candidate Experience wirklich ausmacht

  • Wie Sie Navigation, Struktur und Usability optimieren

  • Welche Rolle Barrierefreiheit heute spielt

  • Wie Sie Mobile- & Desktop-Experience gleichermaßen berücksichtigen

  • Schnelle Tipps: Wo die häufigsten Schwachstellen liegen – und wie Sie sie beheben

Wie gelingt eine gute Candidate Experience im öffentlichen Dienst?

„Junge Menschen vergleichen heute nicht Behörden untereinander. Sie vergleichen jede Bewerbung mit dem besten Bewerbungserlebnis, das sie irgendwo gemacht haben. Deshalb braucht es eine überzeugende Candidate Experience“, betont Gero Hesse.

Zur Candidate Experience gehören sämtliche Erfahrungen, die Interessierte vom ersten Kontakt mit einer Stellenanzeige oder Karriereseite bis zur Zu- oder Absage machen. Neben der Website zählen dazu vor allem der Bewerbungsweg, die Kommunikation, die Dauer des Auswahlverfahrens und der persönliche Umgang.

 

Die erste Hürde wartet häufig bereits beim Bewerbungsformular. Müssen Interessierte ein Benutzerkonto anlegen, Daten aus ihrem Lebenslauf erneut eintippen und zahlreiche Nachweise hochladen, wird aus anfänglichem Interesse schnell ein Geduldstest. Besonders problematisch ist das auf dem Smartphone: Wer unterwegs auf eine Stelle aufmerksam wird, hat Arbeitszeugnisse und beglaubigte Dokumente in der Regel nicht griffbereit.

 

Öffentliche Arbeitgeber sollten deshalb prüfen, welche Informationen sie für die erste Bewerbung wirklich benötigen – und welche Unterlagen später nachgereicht werden können. Für den Einstieg reichen häufig Kontaktdaten, Lebenslauf und wenige Angaben zur Qualifikation. Auch Pflichtfelder, Dateiformate und technische Fehlermeldungen sollten regelmäßig getestet werden. Denn jeder unnötige Schritt erhöht die Gefahr, dass Interessierte ihre Bewerbung abbrechen.

Bewerbungsprozesse transparent machen

Hinzu kommt: Viele Bewerberinnen und Bewerber kennen die Besonderheiten eines Auswahlverfahrens im öffentlichen Dienst nicht. Hinweise wie „Die Beteiligung der zuständigen Gremien bleibt vorbehalten“ erklären ihnen kaum, was als Nächstes passiert. Verständlicher ist eine kurze Darstellung des tatsächlichen Ablaufs: Wann endet die Bewerbungsfrist? In welchem Zeitraum finden Gespräche statt? Sind weitere Auswahlstufen vorgesehen? Und wann ist ungefähr mit einer Entscheidung zu rechnen?

Transparenz ist besonders wichtig, wenn ein Verfahren mehrere Wochen dauert. Wer in dieser Zeit nichts hört, nimmt häufig an, bereits ausgeschieden zu sein – und orientiert sich weiter. Eine automatische Eingangsbestätigung ist daher nur der Anfang. Auch Zwischenstände, Terminabsprachen und Absagen sollten zeitnah und persönlich verständlich kommuniziert werden.

Ein Bewerbermanagement-System kann dabei für Überblick und verbindliche Abläufe sorgen. Es bündelt Bewerbungen, dokumentiert Bearbeitungsstände, unterstützt die Kommunikation und macht sichtbar, an welcher Stelle ein Vorgang ins Stocken gerät. Die Technik allein beschleunigt jedoch noch keinen Prozess. Erst wenn Zuständigkeiten geklärt und Arbeitsschritte sinnvoll eingerichtet sind, wird aus einem vorhandenen Tool auch eine echte Entlastung.

Leitfaden: Bewerbermanagement

Mit starkem Bewerbermanagement Talente gewinnen.

Unklare Prozesse? Verpasste Chancen! Mit diesem Leitfaden stellen Sie Ihr Bewerbermanagement neu auf – Ihre Read-outs:

R51 thumbnail Kurzformat Bewerbermanagement
  • Wie Sie Transparenz und Tempo steigern und Sparpotenziale ausschöpfen

  • Wie Sie schnellere & objektivere Entscheidungen durch strukturierte Abläufe treffen

  • Wie eine positive Candidate Experience die Chance auf Zusagen steigert

Fazit: Mit der richtigen Unterstützung wird Personalgewinnung planbarer

Soviel steht fest: Erfolgreiche Personalgewinnung im öffentlichen Dienst beginnt nicht mit der Buchung einer Jobbörse. Es geht darum, die Zielgruppe zu kennen, die richtigen Argumente auf den richtigen Kanälen zu liefern und einen optimalen Bewerbungsprozess zu bieten. Zugegeben: Es ist kompliziert!

Eine erfahrene Personalmarketingagentur kann öffentliche Arbeitgeber dabei über den gesamten Recruiting-Prozess hinweg unterstützen. Sie analysiert Zielgruppen und bisherige Performance-Daten, entwickelt passende Botschaften, optimiert Stellenanzeigen und stellt einen Recruiting-Mix zusammen, der zur Position, Region und Wettbewerbssituation passt. Über Multiposting und zielgerichtete Kampagnen lassen sich dabei sowohl aktiv Suchende als auch passiv wechselbereite Fachkräfte erreichen.

Gerade bei schwer zu besetzenden Positionen reicht eine einzelne Jobbörse häufig nicht aus. Dann empfiehlt sich ein Kanal-Mix: Jobbörsen erreichen vor allem aktiv Suchende. Über Social Media, Suchmaschinenwerbung, Programmatic Job Advertising oder digitale Außenwerbung lassen sich zusätzlich Menschen ansprechen, die offen für einen Wechsel sind, aber noch nicht gezielt nach einer Stelle suchen.

Gleichzeitig endet die Unterstützung nicht mit der Veröffentlichung. Eine Agentur behält Klicks, Bewerbungen, deren Qualität und mögliche Abbruchstellen im Blick und kann während der Laufzeit nachsteuern. Auch Karriereseite, Bewerbungsprozess und Bewerbermanagement gehören dazu, denn zusätzliche Reichweite hilft wenig, wenn Interessierte auf dem Weg zur Bewerbung verloren gehen.

So entsteht aus einzelnen Ausschreibungen Schritt für Schritt eine belastbare Recruiting-Strategie. Der öffentliche Arbeitgeber bringt das Wissen über Aufgaben, Menschen und interne Abläufe mit. Die Personalmarketingagentur ergänzt Marktkenntnis, Technologie, Daten und Erfahrung aus vielen Kampagnen. Genau dieses Zusammenspiel macht Personalgewinnung nicht automatisch einfach – aber deutlich zielgerichteter, transparenter und besser steuerbar. Sprechen Sie uns gerne an!

FAQs – Häufige Fragen zur Personalgewinnung im öffentlichen Dienst

Was bedeutet Personalgewinnung im öffentlichen Dienst?

Personalgewinnung im öffentlichen Dienst umfasst alle Maßnahmen, mit denen Behörden, Verwaltungen und öffentliche Unternehmen geeignete Mitarbeitende erreichen, überzeugen und einstellen. Dazu gehören die Arbeitgeberpositionierung, zielgruppengerechte Stellenanzeigen, die Auswahl passender Recruiting-Kanäle, ein einfacher Bewerbungsprozess und die Auswertung relevanter Kennzahlen.

Warum ist die Personalgewinnung im öffentlichen Dienst so schwierig?

Öffentliche Arbeitgeber konkurrieren mit der Privatwirtschaft und untereinander um gefragte Fachkräfte. Gleichzeitig erschweren teilweise lange Auswahlverfahren, wenig bekannte Tätigkeitsfelder und schwer verständliche Stellenanzeigen die Besetzung. Die Herausforderungen unterscheiden sich jedoch je nach Berufsgruppe: Während in manchen Bereichen Bewerbungen fehlen, müssen andere Organisationen vor allem viele Bewerbungen schnell, transparent und rechtssicher bearbeiten.

Wie können Behörden mehr Fachkräfte erreichen?

Behörden sollten zunächst klären, welche Zielgruppe sie ansprechen möchten und was diese an einer Stelle interessiert. Darauf aufbauend lassen sich passende Botschaften, Jobtitel und Recruiting-Kanäle auswählen. Besonders wirksam ist ein abgestimmter Mix aus verständlichen Stellenanzeigen, geeigneten Jobbörsen, Social Media, Suchmaschinenwerbung, Fachportalen und einer überzeugenden Karriereseite.

Welche Recruiting-Kanäle eignen sich für den öffentlichen Dienst?

Geeignete Recruiting-Kanäle hängen von Position, Zielgruppe, Region und Suchverhalten ab. Allgemeine Jobbörsen schaffen breite Sichtbarkeit, Fachportale erreichen spezialisierte Berufsgruppen und regionale Plattformen eignen sich für lokal gebundene Stellen. Über Social Media, Suchmaschinen und berufliche Netzwerke können öffentliche Arbeitgeber außerdem Menschen ansprechen, die nicht aktiv nach einem neuen Job suchen.

Was macht eine gute Stellenanzeige im öffentlichen Dienst aus?

Eine gute Stellenanzeige verwendet einen verständlichen, marktüblichen Jobtitel und beschreibt Aufgaben, Anforderungen und Rahmenbedingungen möglichst konkret. Sie priorisiert notwendige Qualifikationen und macht deutlich, welche Kenntnisse nach dem Einstieg erworben werden können. Allgemeine Aussagen wie „sinnstiftende Tätigkeit“ sollten durch greifbare Beispiele für die gesellschaftliche Wirkung der Aufgabe ergänzt werden.

Wie lässt sich der Bewerbungsprozess im öffentlichen Dienst verbessern?

Der Bewerbungsweg sollte mobil nutzbar, verständlich und auf die zunächst erforderlichen Angaben beschränkt sein. Klare Zuständigkeiten, vorab reservierte Gesprächstermine und verbindliche Reaktionszeiten verhindern unnötige Verzögerungen. Bewerberinnen und Bewerber sollten außerdem wissen, welche Auswahlschritte vorgesehen sind und wann sie mit einer Rückmeldung rechnen können.

Lassen sich Rechtssicherheit und eine gute Candidate Experience verbinden?

Ja. Ein rechtssicheres Auswahlverfahren kann zugleich transparent und bewerberfreundlich gestaltet werden. Digitale Prozesse unterstützen die Dokumentation, schaffen nachvollziehbare Abläufe und erleichtern die Beteiligung zuständiger Stellen. Entscheidend ist, Bewerbende verständlich über den Ablauf zu informieren und auch bei längeren Verfahren regelmäßig Rückmeldung zu geben.

Welche Rolle spielt ein Bewerbermanagement-System?

Ein Bewerbermanagement-System bündelt Bewerbungen, dokumentiert Bearbeitungsstände und unterstützt die Kommunikation mit Kandidatinnen und Kandidaten. Es kann außerdem sichtbar machen, an welcher Stelle ein Auswahlverfahren ins Stocken gerät. Die Technik allein beschleunigt jedoch keinen Prozess: Zuständigkeiten, Fristen und interne Abläufe müssen ebenfalls verbindlich geregelt sein.

Welche Kennzahlen sind für das Recruiting im öffentlichen Dienst wichtig?

Wichtige Kennzahlen sind unter anderem Impressionen, Klickrate, begonnene und abgeschlossene Bewerbungen, Abbruchquote, qualifizierte Bewerbungen, Kosten pro Bewerbung beziehungsweise Einstellung sowie die Dauer des Auswahlverfahrens. Besonders aussagekräftig ist, über welche Kanäle Personen kamen, die zum Gespräch eingeladen oder tatsächlich eingestellt wurden.

Wie kann eine Personalmarketingagentur öffentliche Arbeitgeber unterstützen?

Eine Personalmarketingagentur analysiert Zielgruppen und bisherige Recruiting-Daten, optimiert Stellenanzeigen und entwickelt einen passenden Kanalmix. Sie kann Ausschreibungen per Multiposting verbreiten, Kampagnen steuern und deren Ergebnisse laufend auswerten. Darüber hinaus unterstützt sie dabei, Schwachstellen auf der Karriereseite oder im Bewerbungsprozess zu erkennen und die Personalgewinnung langfristig besser steuerbar zu machen.

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Sonja Dietz

Sonja Dietz hat Germanistik, Philosopie und Psychologie studiert, ist ausgebildete Journalistin und hat sich auf den HR-Bereich spezialisiert. Nach rund zehn Jahren Selbstständigkeit mit Fokus auf die Entwicklung von Content-, Social-Media- und Video-Strategien – vornehmlich für B2B-Kunden aus dem HR-Umfeld – ist sie heute als Teamlead Content & Social Media bei der Raven51 AG tätig. In ihren Fachbeiträgen verbindet sie journalistisches Know-how mit fundierter Praxiserfahrung und bereitet aktuelle Entwicklungen am Arbeitsmarkt sowie moderne Recruiting-Strategien verständlich und anwendungsnah auf. Ihre Kernthemen: Digitalisierung, KI im Recruiting, Recruiting Trends.

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