Mehr als „nur spielen“: In-Game-Advertising und E-Sports-Streams als Marketingkanal

Gaming und insbesondere die Liveübertragung von Computerspiel-Turnieren gehören zu den am stärksten wachsenden Marketing-Kanälen: Experten schätzen, dass E-Sport für deutsche Werbetreibende schon bald so wichtig sein wird wie Eishockey oder Basketball. Einschlägige Investitionen von Konzernen wie Google, Facebook oder ProSiebenSat1 zeugen zusätzlich vom großen Potenzial des Gaming- und Streaming-Marktes. Inwiefern können Recruiter von Gaming und E-Sports profitieren? Wir geben eine Einschätzung.

Variante 1: Mit In-Game-Advertising in Computerspielen werben

Die Idee, Werbung in Computerspielen zu schalten, ist nicht neu. In großen Sportsimulationen wie FIFA Soccer werden schon lange Marken als Bannerwerbung platziert. Und im HR-Kontext sorgte bereits vor gut zehn Jahren der britische Geheimdienst für Furore, als er in diversen Computerspielen auf die Karrierechancen beim MI-5 und MI-6 aufmerksam machte.

Neue Personalisierungsmöglichkeiten werden das In-Game-Advertising bald noch mehr in Bewegung bringen. Denn weil Gaming verstärkt in die Cloud wandert und Spielerprofile hier mit Google-, Amazon- oder Facebook-Konten verbunden werden könnten, dürften sich In-Game-Werbeflächen in Zukunft dynamisch bespielen lassen – individuell nach den Vorlieben des jeweiligen Nutzers, seinem Kaufverhalten und seinen Hobbys. Ein erstes deutliches Zeichen, das in diese Richtung weist, ist die Tatsache, dass Google offensichtlich seinen Chrome-Browser als Gaming-Plattform etablieren möchte: In-Game-Werbung könnte dann mittelfristig ähnlich komfortabel funktionieren wie Google AdWords – und auch für Personalmarketing-Kampagnen interessant werden.

Variante 2: E-Sport-Streams und -Sponsoring für Werbebotschaften nutzen

Während dynamisches In-Game-Advertising aktuell noch Zukunftsmusik ist, werden E-Sport-Streams – d. h. Live-Übertragungen von professionellen Computerspiel-Wettkämpfen – schon intensiv zur Platzierung von Werbebotschaften genutzt. Warum das lukrativ ist, zeigt ein Blick auf die Zuschauerzahlen: Bis zu 200 Millionen Fans verfolgen internationale Gaming-Finals an ihren Computerbildschirmen – ein Grund, warum auch Facebook unlängst ins Streaming-Geschäft eingestiegen ist.

Um in E-Sport-Streams auf eigene Produkte und Dienstleistungen aufmerksam zu machen, arbeiten Marketer in der Regel mit den entsprechenden Streaming-Providern (z. B. „Twitch“) zusammen: Diese platzieren die Clips der Werbepartner vor den oder während der Live-Streams – vergleichbar mit Werbevideos auf YouTube.

Mindestens ein deutscher Arbeitgeber setzt in seinem Personalmarketing-Mediamix bereits auf diesen Kanal: Die Bundeswehr hat Gamer offensichtlich als eine ihrer Kernzielgruppen erkannt. Die Bundeswehr-Präsenz bei Twitch kommt zwar nicht bei allen Computerspiel-Enthusiasten gut an, zeigt aber einmal mehr, dass die deutsche Armee über ein klares Recruiting-Konzept verfügt: „Gamer“ werden nicht nur sporadisch zur Gamescom adressiert, sondern täglich mit entsprechenden Videoclips beim wichtigsten Streaming-Anbieter umworben – in ihrer Konsequenz ist diese Strategie absolut vorbildlich.

Eine weitere Möglichkeit ist das Sponsoring von E-Sport-Teams: Die Werbeflächen der Profi-Gamer von Schalke 04 etwa sind um einiges günstiger als der Sponsorenvertrag mit dem entsprechenden Bundesliga-Team – und könnten trotzdem bei speziellen Zielgruppen um einiges besser ankommen. Mutigen Personalmarketing-Verantwortlichen tun sich hier interessante Möglichkeiten auf!

Wie man Gaming und E-Sports erfolgreich im Personalmarketing einsetzen kann, hat in diesem Sommer die Deutsche Bahn gezeigt. Erfahren Sie mehr in unserem Artikel über die diesjährige Gamescom.