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Gehaltstransparenzgesetz: Eine Hand setzt eine blaue Spielfigur auf den höchsten von mehreren gestapelten Münztürmen; daneben stehen weitere blaue Figuren auf unterschiedlich hohen Münzstapeln, die wie ein ansteigendes Diagramm angeordnet sind – Symbol für Gehaltsentwicklung, Karriereaufstieg oder Einkommensunterschiede.

Entgelttransparenzgesetz: Ein Wendepunkt für die Arbeitswelt 2026

Warum ein neues Kapitel der Fairness beginnt: Das Jahr 2026 markiert mit dem aktualisierten Gehaltstransparenzgesetz einen Wendepunkt für die Arbeitswelt in Deutschland und ganz Europa. Die Reform im Zuge der Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie, verändert den Umgang mit Vergütung grundsätzlich. Künftig gilt: Kein Unternehmen, egal welcher Größe, kann Intransparenz als Standard fortführen. Die Reform zielt darauf ab, faire Vergütungsstrukturen zu schaffen, interne Gerechtigkeit zu fördern und das Vertrauen in Arbeitgeber zu stärken.
Warum ein neues Kapitel der Fairness beginnt: Das Jahr 2026 markiert mit dem aktualisierten Gehaltstransparenzgesetz einen Wendepunkt für die Arbeitswelt in Deutschland und ganz Europa. Die Reform im Zuge der Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie, verändert den Umgang mit Vergütung grundsätzlich. Künftig gilt: Kein Unternehmen, egal welcher Größe, kann Intransparenz als Standard fortführen. Die Reform zielt darauf ab, faire Vergütungsstrukturen zu schaffen, interne Gerechtigkeit zu fördern und das Vertrauen in Arbeitgeber zu stärken.

Inhaltsverzeichnis

Was Sie in diesem Beitrag über das Gehaltstransparenzgesetz erwartet

Arbeitgeber stehen mit der Umsetzung des Entgelttransparenzgesetzes und der EU-Entgelttransparenzrichtlinie vor einer historischen Chance: Sie können aus einer gesetzlichen Pflicht eine strategische Stärke machen, einen echten Wettbewerbsvorteil. Sie müssen es nur richtig und rechtzeitig anpacken. Wir haben zum Thema Gehaltstransparenzgesetz mit Expertin Kristina Ruoff von BERNDTSON HR Consulting gesprochen – in dem Gespräch wurde deutlich, dass das Thema weit über Compliance hinausgeht. Ruoff betonte: „Transparenz ist ein kultureller Wandel, kein Kontrollinstrument.“

Dürfen wir vorstellen? Kristina Ruoff

Kristina Ruoff ist Managerin bei Berndtson HR Consulting.

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Sie hat über 10 Jahre Erfahrung in den Bereichen Vergütungsmodelle, Stellenbewertung und Entgelttransparenz. Als Dozentin mit Schwerpunkt Total Rewards verbindet sie Theorie und Praxis, um Wissen über moderne Vergütungsstrategien zu vermitteln. 

In diesem Beitrag bieten wir einen ganzheitlichen Blick auf das Thema Gehaltstransparenzgesetz und stellen Lösungsansätze aus der Praxis vor, um den Wettbewerbsvorteil transparenter Gehaltsstrukturen noch besser nutzen zu können. Für alle, die sich nur einen kurzen Überblick über das Thema verschaffen wollen, empfehlen wir unsere Kurzzusammenfassung „Entgelttransparenzgesetz in Deutschland: Das Wichtigste in Kürze“.

Was bedeutet Gehaltstransparenz?

Gehaltstransparenz ist im Kern kein Selbstzweck: Mitarbeiter erhalten Einblick in die Prinzipien, nach denen Gehälter ermittelt werden und auch in die Gehälter selbst. Unternehmen dokumentieren objektive Kriterien, etwa Verantwortungsumfang, Berufserfahrung, Ausbildung und Leistungsbewertung.

Transparenz bedeutet jedoch nicht vollständige Offenlegung jedes Einzelgehalts, sondern geregelte Klarheit. Die Strukturen, wie das eigene Gehalt zustande kommt, müssen zur Verfügung gestellt werden. Je nachvollziehbarer diese sind, umso gerechter empfinden sie Mitarbeiter. Aber Achtung: Dürfen Mitarbeiter erfahren, was Kolleginnen und Kollegen konkret verdienen? Nein. Sie erhalten nur Auskunft über Durchschnittsgehälter vergleichbarer Tätigkeiten, anonymisiert und nach Geschlecht differenziert. 


Unternehmen, die die Gehälter ihrer Mitarbeiter bisher quasi „ausgewürfelt“ haben oder nach dem Motto „wer besser verhandelt, bekommt mehr“ festlegen, sind damit zum Handeln gezwungen. Christina Ruoff hat es häufig erlebt, dass in Beratungsprojekten Missverständnisse zum Thema bestehen. „Viele Arbeitgeber befürchten Unruhe, wenn Gehälter strukturiert offengelegt werden. Tatsächlich zeigt sich das Gegenteil: In Unternehmen, die nach klaren Bewertungsrichtlinien zahlen, sinkt die Fluktuation messbar.“  

Beispiel aus der Praxis

Ein mittelständisches Produktionsunternehmen führte 2023 erstmals Gehaltstransparenz-Workshops ein. Mitarbeiter konnten dort anonym Fragen stellen, die anschließend in HR-Richtlinien einflossen. Nach sechs Monaten berichtete das Unternehmen von gestiegener Zufriedenheit und einem Rückgang interner Beschwerden. Diese Erfahrung verdeutlicht, dass Transparenz Vertrauen schafft – und damit die Basis für eine gesunde Unternehmenskultur bildet.

Gehaltstransparenzgesetz: Warum gibt es das Entgelttransparenzgesetz?

Das Entgelttransparenzgesetz (EntgTranspG) von 2017 war der erste Schritt hin zur geschlechtergerechten Bezahlung in Deutschland. Doch seine Wirkung blieb begrenzt: Nur Betriebe mit mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern waren zur Auskunft verpflichtet, und viele nutzten gesetzliche Schlupflöcher. Die EU sah Handlungsbedarf und verabschiedete 2023 die Entgelttransparenzrichtlinie. Deutschland muss diese bis Juni 2026 umsetzen.

Hintergrund ist der nach wie vor bestehende Gender Pay Gap: Frauen verdienen im Schnitt rund 16 Prozent weniger als Männer. Die Reform soll diese Lücke nachhaltig schließen. „Gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit“ – so lautet der Grundsatz, der ab 2026 europaweit verbindlich wird. 

Kristina Ruoff erläutert dazu: „Das Gesetz ist kein neues Bürokratiemonster, sondern ein Hebel. Es zwingt Arbeitgeber, Gehaltsstrukturen zu überdenken und gerechter zu gestalten.“ Damit wird Gehaltstransparenz Teil moderner Unternehmensführung. Wer jetzt Strukturen und Prozesse vorbereitet, hat bei Inkrafttreten der Entgelttransparenzrichtlinie kein Risiko, sondern ein Qualitätssiegel. 

Warum ist Lohntransparenz so wichtig?

Lohntransparenz fördert nicht nur die Gleichstellung, sondern auch die wirtschaftliche Effizienz. Studien wie die EY Jobstudie 2025 oder der aktuelle Gallup Engangement Index zeigen: Ungleichbehandlung kostet Motivation und damit bares Geld und senkt die Produktivität. Unternehmen mit offener Vergütungskultur binden Mitarbeitende länger und gewinnen mehr qualifizierte Bewerbungen. 

Beispiel aus der Praxis

2024 führte ein Automotive-Zulieferer eine Gehaltsmatrix ein. Die Analyse ergab Unterschiede von bis zu 15 Prozent zwischen vergleichbaren Rollen. Nach Workshops mit HR und Führungskräften wurden diese Differenzen aufgeklärt und schrittweise angepasst. Nach einem Jahr meldete das Unternehmen eine Fluktuationsrate von nur noch vier Prozent, erstmals in seiner Geschichte. 

Das zeigt: Lohntransparenz stärkt Vertrauen, reduziert Konflikte und sorgt für einheitliche Maßstäbe bei Einstellungen, Beförderungen und Gehaltsanpassungen. Der Wandel zur Gehaltstransparenz ist ein Weg der Professionalisierung von reaktiver zu gestaltender HR-Arbeit. 

Für welche Unternehmen gilt das Gehaltstransparenzgesetz?

Das Gehaltstransparenzgesetz gilt grundsätzlich für alle Arbeitgeber, unabhängig von Branche oder Rechtsform. Unterschiede bestehen lediglich in den Berichtspflichten, die sich an der Unternehmensgröße orientieren:

#1 ab 100–249 Beschäftigte: Berichtspflicht alle fünf Jahre 

#2 ab 250–499 Beschäftigte: Berichtspflicht alle drei Jahre 

#3 ab 500 Beschäftigte: jährlicher Bericht

Darüber hinaus müssen sämtliche Arbeitgeber – auch kleinere – Gehaltsbewertungsverfahren geschlechtsneutral dokumentieren. Gleichwertige Tätigkeiten müssen nach denselben Maßstäben beurteilt werden. In der Praxis bedeutet das: Jedes Unternehmen sollte prüfen, ob seine Gehaltssystematik konsistent ist.  

Beispiel aus der Praxis

Ein Produktionsbetrieb etwa legte im Vorjahr fest, dass Verantwortung, Teamgröße und Umsatzverantwortung künftig über Gehaltsstufen bestimmen. Das schuf Ordnung, förderte Nachvollziehbarkeit und reduzierte Diskussionen über „gefühlte Ungerechtigkeit“. 

Damit betrifft das Gesetz zwar primär größere Unternehmen, inhaltlich jedoch alle, die nachhaltige und faire Personalpolitiken anstreben. 

EU-Richtlinie 2026 – Was ändert sich konkret?

Mit der EU-Entgelttransparenzrichtlinie werden zentrale Neuerungen verbindlich: Arbeitgeber müssen Bewerbenden schon vor dem Vorstellungsgespräch Informationen zur Gehaltsspanne bereitstellen.

Achtung: Es wird immer wieder behauptet, dass eine Gehaltsangabe in der Stellenanzeige künftig verpflichtend ist. Das stimmt nicht! Nachzulesen in Artikel 5 der EU-Richtlinie. Es ist auch nicht davon auszugehen, dass diese Verpflichtung ins deutsche Gesetz Eingang findet. 

Welche Auskunftsansprüche gelten laut Gehaltstransparenzgesetz?

Die Frage nach dem bisherigen Gehalt ist künftig verboten. Mitarbeitende erhalten ein Recht auf Auskunft über Vergleichsgehälter, differenziert nach Geschlecht.  Auch neue Berichtspflichten entstehen: Unternehmen müssen eindeutig belegen, dass sie kein geschlechtsspezifisches Entgeltgefälle aufweisen. Übersteigt der Abstand fünf Prozent, ist eine gemeinsame Ursachenprüfung mit Arbeitnehmervertretungen verpflichtend.

Beispiel aus der Praxis

Ein IT-Dienstleister aus München testet diese Mechanismen bereits freiwillig. Jede ausgeschriebene Stelle enthält die Gehaltsspanne („zwischen 62.000 und 75.000 Euro, je nach Erfahrung“). Das Ergebnis: deutlich weniger Bewerbungsabbrüche und bessere Besetzungsquoten. Kristina Ruoff sieht dieses Praxisbeispiel als Beleg: „Transparenz in der Kommunikation verbessert nicht nur die Fairness, sondern auch die Recruitingqualität.“ 

Gleiche und gleichwertige Arbeit – Definition und Praxis

Ein zentraler Begriff des neuen Gesetzes ist „gleichwertige Arbeit“. Nach Definition der EU-Richtlinie umfasst sie Tätigkeiten mit vergleichbarer Verantwortung, Belastung und Qualifikation. 

Beispiel aus der Praxis

Kristina Ruoff illustriert dies am Beispiel eines Kundenprojekts: Projektmanagerinnen und Teamleiterinnen wurden als unterschiedliche Positionen bezahlt, obwohl beide denselben Verantwortungsbereich abdeckten. Nach einer Funktionsbewertung stellte sich heraus, dass die Aufgaben deckungsgleich waren. Ergebnis: gleiche Bewertung, gleiche Vergütung.

Das Beispiel zeigt, dass Fairness nicht automatisch Gleichheit bedeutet. Gerade kleinere Unterschiede in Verantwortung oder Anforderung müssen klar definiert werden, um Transparenz zu schaffen. Eine saubere Funktionsbewertung nach objektiven Kriterien – Verantwortung, Komplexität, Marktwert – ist hier der Schlüssel. Damit wird die Gleichwertigkeit zur rechnerischen und zugleich moralischen Grundlage gerechter Bezahlung.

Welche Pflichten haben Arbeitgeber bei der Umsetzung?

Für Arbeitgeber schafft das Gehaltstransparenzgesetz künftig klare Strukturen und Planbarkeit. Der erste Schritt liegt in der Analyse.

  • Welche Gehaltsdaten liegen bereits digital vor?
  • Welche Bewertungskriterien werden angewandt?
  • Sind diese objektiv dokumentiert und geschlechtsneutral?

Gemäß den Vorgaben müssen Unternehmen einheitliche Bewertungs- und Reportingprozesse schaffen. Die Berichtspflichten gliedern sich in die erwähnten festen Zyklen: fünf, drei und ein Jahr, abhängig von der Unternehmensgröße. Doch entscheidend ist nicht nur die technische Umsetzung. Der Erfolg hängt davon ab, ob HR, Controlling und Führung gemeinsame Verantwortung übernehmen. 

 

In der Praxis empfiehlt sich ein dreistufiges Vorgehen: 

#1 Inventur: Alle Entgeltdaten und Funktionsbeschreibungen sammeln. 

#2 Bewertung: Kriterien prüfen und Ungleichheiten erkennen. 

#3 Anpassung: Prozesse anpassen und transparent kommunizieren.

Mit einer strukturierten HR-Software lässt sich der Aufwand dabei deutlich reduzieren. Viele Tools automatisieren Abfragen und bereiten Berichte im passenden Format vor.  

Strategischer Mehrwert von Gehaltsanalysen

Derartige interne Gehaltsanalysen sind mehr als ein Instrument zur Erfüllung der Compliance‑Pflichten. Sie liefern bei der Umsetzung der Entgelttransparenzrichtlinie und Equal Pay wertvolle Insights über die eigene Organisation:

 

  • Welche Abteilungen zahlen über oder unter Marktniveau?
  • Wo bestehen geschlechtsspezifische Lücken oder unbewusste Bias in der Bewertung von Rollen und Leistung?
  • Und welche Kosten entstehen tatsächlich durch Fehlsteuerung oder Fluktuation?

Laut einer Trendstudie von Personio (2025) konnten Unternehmen, die frühzeitig strukturierte Equal‑Pay‑Analysen implementierten, ihre internen Gehaltsunterschiede im Durchschnitt um 9 Prozent senken. Ohne Mehrausgaben, allein durch Neustrukturierung der Gehaltsbänder und transparente Kommunikation. 

Equal Pay Report – Gradmesser für Organisationseffizienz

Denn ein Equal‑Pay‑Report ist nicht nur gesetzliche Pflicht, sondern auch ein Gradmesser für Organisationseffizienz. Unternehmen, die ihre Daten im Griff haben, können schneller auf Marktveränderungen reagieren, Budgets vorausschauend steuern und Szenarien simulieren. Etwa, welche Auswirkungen Lohnerhöhungen auf die Gender‑Pay‑Gap‑Quote oder den Personalaufwand haben würden. Expertin Kristina Ruoff betont: „Frühe Analysen sind wie ein Gesundheitscheck für Gehaltsstrukturen.“ Wer Transparenz wagt, gewinnt Glaubwürdigkeit. 

 

Die Einführung von Transparenz gelingt aber nur, wenn Kommunikation zur strategischen Aufgabe wird. Denn ob Transparenz als Fortschritt oder Bedrohung wahrgenommen wird, hängt maßgeblich von der Art ab, wie darüber gesprochen wird. Kommunikation ist damit der entscheidende Erfolgsfaktor auf dem Weg zu Fairness, Vertrauen und Glaubwürdigkeit.

Kristina Ruoff betont, dass erfolgreiche Kommunikation immer von oben vorgelebt werden müsse. Wenn Geschäftsführungen über Fairness sprechen und HR offen Auskunft gibt, wird Transparenz zum Teil der DNA eines Unternehmens. „Wer sich erklärt, zeigt Größe. Wer schweigt, verliert Vertrauen.“  

Die Risiken bei Nichteinhaltung des Gehaltstransparenzgesetzes

Was geschieht, wenn Unternehmen die Transparenzpflichten ignorieren? Die Richtlinie sieht bei Verstößen gegen Berichtspflichten und Auskunftsrechte empfindliche Sanktionen vor. Wer keine oder unvollständige Gehaltsberichte abgibt, riskiert Bußgelder von bis zu 50.000 Euro pro Fall. Hinzu kommt die Möglichkeit von Schadensersatzforderungen, wenn Mitarbeitende nachweisen, dass sie durch Lohndiskriminierung benachteiligt wurden.

Besonders gravierend ist die Beweislastumkehr: Nicht die betroffene Person, sondern das Unternehmen muss belegen, dass keine Diskriminierung vorlag. Damit verändert sich das juristische Kräfteverhältnis fundamental – ein unzureichend dokumentiertes System kann schnell zu einer Haftungsfalle werden.  

Verlust öffentlicher Aufträge

Ein Unternehmen, das seine Berichtspflichten vernachlässigt, riskiert zudem den Verlust öffentlicher Aufträge. Behörden dürfen künftig nur noch mit Unternehmen zusammenarbeiten, die die Vorgaben erfüllen. Diese Sanktionen machen klar: Transparenz ist kein optionaler Wert, sondern Pflichtbestandteil verantwortungsvoller Unternehmensführung. 

Doch die Risiken gehen weit über Finanzen hinaus. Laut der Studie Global Workplace Fairness 2025 von Mercer & Edelman geben 71 Prozent der Befragten an, sie würden Unternehmen meiden, denen Lohndiskriminierung öffentlich nachgewiesen wurde. Auch wenn der Fokus hier auf den USA liegt, ist die grundsätzliche Aussage übertragbar. Diskriminierung kostet gute Mitarbeiter.

Leitfaden zur Umsetzung: Acht Schritte zur Fairness

Aus den Best Practices vieler Unternehmen und den Erfahrungen aus der Beratungspraxis ergibt sich ein 8-Schritte-Modell, um die Entgelttransparenz sauber aufzugleisen.

 

#1 Bestandsaufnahme – Erhebung aller Vergütungsdaten. 

#2 Kriterienentwicklung – Festlegung objektiver Bewertungsmaßstäbe. 

#3 Jobfamilienbildung – Gruppierung vergleichbarer Funktionen. 

#4 Auskunftsprozess etablieren – Workflow und Ansprechpartner definieren. 

#5 Regelmäßige Überprüfungen – jährliche interne Audits durchführen. 

#6 Technische Integration – HR-Analytics und Payroll kombinieren. 

#7 Führungsschulung – Kommunikation und Argumentation trainieren. 

#8 Interne & externe Kommunikation – klare Botschaften formulieren.

Fazit: Der Mehraufwand bietet auch ein Mehr an Chancen

Das Gehaltstransparenzgesetz 2026 ist keine Belastung, sondern ein Entwicklungsschritt. Es zwingt Unternehmen, gerechter, datenorientierter und wertebasierter zu agieren. Wer sich früh vorbereitet, verschafft sich klare Vorteile – rechtlich, kulturell und ökonomisch.  Transparenz ist mehr als Zahlenoffenlegung. Es ist die Einladung, Vertrauen neu zu definieren. 

 

Unternehmen, die Daten systematisch auswerten, Führungskräfte schulen und offen über Fairness sprechen, werden 2026 nicht nur compliant, sondern für Mitarbeiter attraktiv auftreten. Das Gehaltstransparenzgesetz ist somit auch der Beginn einer neuen Ära unternehmerischer Verantwortung.

Entgelttransparenzgesetz in Deutschland: Das Wichtigste in Kürze

Ab Juni 2026 muss in Deutschland eine umfassende Reform des Entgelttransparenzgesetzes in Kraft treten, basierend auf der neuen EU-Richtlinie. Ziel ist es, den Grundsatz „gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit“ durchzusetzen, den Gender Pay Gap von derzeit ca. 18 % zu schließen und eine Kultur der fairen Bezahlung zu etablieren.

Was sind die wichtigsten Änderungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer?

Die Reform führt konkrete Pflichten und Rechte ein, die die Gehaltsstrukturen in Unternehmen grundlegend verändern:

  • Transparenz vor der Einstellung: Arbeitgeber müssen Bewerbenden die Gehaltsspanne für eine Stelle vor dem Vorstellungsgespräch mitteilen. Die Frage nach dem bisherigen Gehalt wird unzulässig.

  • Auskunftsrecht für Mitarbeitende: Beschäftigte erhalten das Recht, Informationen über die durchschnittlichen Gehälter für vergleichbare Tätigkeiten im Unternehmen zu erhalten, aufgeschlüsselt nach Geschlecht.

  • Berichtspflichten für Unternehmen: Je nach Größe müssen Unternehmen regelmäßig über ihre Gehaltsstrukturen berichten:
    • 100–249 Beschäftigte: Alle fünf Jahre
    • 250–499 Beschäftigte: Alle drei Jahre
    • Ab 500 Beschäftigten: Jährlich

  • Maßnahmen bei Lohnlücken: Weist ein Unternehmen ein geschlechtsspezifisches Lohngefälle von mehr als 5 % auf, ist eine gemeinsame Analyse der Ursachen mit der Arbeitnehmervertretung verpflichtend. 

Warum ist das Gesetz für Unternehmen relevant?

Neben der gesetzlichen Verpflichtung bietet die Umsetzung der Gehaltstransparenz strategische Vorteile. Unternehmen mit fairen und nachvollziehbaren Gehaltsstrukturen stärken ihre Arbeitgebermarke, binden qualifizierte Mitarbeitende und gewinnen leichter neue Talente. Studien und Praxisbeispiele im Text belegen, dass Transparenz die Mitarbeiterzufriedenheit erhöht, die Fluktuation senkt und interne Konflikte reduziert. Es wird als ein Wandel von einer reaktiven zu einer gestaltenden, datenbasierten HR-Arbeit beschrieben.

Welche Risiken bestehen bei Nichteinhaltung?

Unternehmen, die die neuen Vorgaben ignorieren, müssen mit empfindlichen Konsequenzen rechnen. Dazu gehören Bußgelder, Schadensersatzansprüche von Mitarbeitenden und erhebliche Reputationsschäden. Eine entscheidende Neuerung ist die Umkehr der Beweislast: Im Streitfall muss der Arbeitgeber beweisen, dass keine Lohndiskriminierung vorliegt. Zudem können Unternehmen von der Vergabe öffentlicher Aufträge ausgeschlossen werden.

Bildquelle: canva.com

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