Was ist eine Employer Branding Kampagne?
Stellen Sie sich vor, Ihr Unternehmen wäre eine Bühne. Hinter den Kulissen läuft alles rund: engagierte Teams, spannende Projekte, attraktive Benefits, eine Kultur, auf die man stolz sein kann. Aber draußen im Publikum sitzen potenzielle Talente – und sie sehen … nichts. Kein Licht auf der Bühne, keine Hauptshow, nicht einmal ein kleiner Teaser.
Eine Employer Branding Kampagne ist genau diese Show: Sie bringt das ins Rampenlicht, was Ihr Unternehmen wirklich ausmacht, nach außen – sichtbar, emotional, wiedererkennbar. Es ist der Moment, in dem Sie Talente einladen, den Arbeitsalltag und die Kultur Ihres Unternehmens zu entdecken. So bekommen sie ein gutes Gespür dafür, wie es ist, Teil Ihrer Arbeitswelt zu sein.
Unterschiedliche Formate für unterschiedliche Zielgruppen
Je nach Zielgruppe kommen in einer Employer Branding Kampagne unterschiedliche Formate zum Einsatz: Das können Social-Media-Postings, Videos, Mitarbeiter-Testimonials, Karriereseiten, Performance-Kampagnen oder auch DOOH-Werbung sein.
Auf den Punkt gebracht: Eine Employer Branding Kampagne übersetzt Ihre Arbeitgeberidentität in greifbare, erlebbare Botschaften. Sie zeigt nicht nur, was Sie tun, sondern wie Sie es tun – und warum genau Sie der richtige Arbeitgeber für bestimmte Talente sind. „Als strategisches Werkzeug hilft es, im Recruiting-Wettbewerb dauerhaft erfolgreich zu sein“, betont Udo A. Völke, Chief Marketing Officer bei Raven51.
Dürfen wir vorstellen? Udo A. Völke

Udo A. Völke ist Chief Marketing Officer bei Raven51 und schon seit 1999 an der spannenden Schnittstelle zwischen HR und Marketing unterwegs.
Management-Erfahrung sammelte er unter anderem bei TMP Worldwide und Personalwerk. Heute verantwortet er als Vorstand bei Raven51 alles rund um die Bereiche Talent Attraction, HR-Marketing und Consulting.
Was macht eine großartige Employer Branding Kampagne aus?
Eine starke Kampagne beginnt lange bevor das erste Bild geschossen oder der erste Post veröffentlicht wird. Sie wirkt nur, wenn Sie ehrlich hinsehen:
- Was macht Ihr Unternehmen einzigartig?
- Welche Kultur, welche Werte werden im Arbeitsalltag wirklich gelebt?
- Warum bleiben manche Mitarbeitende gerne bei Ihnen – und warum verlassen andere vielleicht früher das Unternehmen?
Wenn diese Fragen beantwortet sind, entsteht eine Kampagne, die:
- authentisch ist, statt nur nach Hochglanz zu wirken
- zielgruppenscharf ist, statt allen gefallen zu wollen
- kreativ eigenständig ist, statt andere Kampagnen imitieren
- emotional wirkt, weil echte Menschen echte Einblicke geben
- konsistent bleibt – egal, ob jemand Sie auf Instagram entdeckt oder auf Ihrer Karriereseite landet
Eine großartige Employer Branding Kampagne ist also nicht laut um des Lautseins willen. Sie wirkt markant, weil sie Ihr Unternehmen so zeigt, wie es ist – und so, wie es künftig sein möchte.
Wie erfolgreiche Employer Branding Kampagnen Talente anziehen
Eine Employer Branding Kampagne stellt also transparent dar, welche Arbeitswelt Talente bei Ihnen erleben werden. So entstehen Anziehungspunkte für die passenden Kandidaten – und zugleich klare Signale für alle, die vielleicht nicht so gut passen. Aber worauf legen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Wert? Worüber wollen Sie sich in einer Employer Branding Kampagne imformieren?
Grundsätzlich wollen Talente von heute mehr als einen sicheren Job. Sie wollen Sinn erleben – das zeigt unter anderem eine Studie der Unternehmensberatung Deloitte: 44 Prozent der Gen Z und 45 Prozent der Millennials haben sogar schon mal gekündigt wegen zu wenig Sinn im Job.
Außerdem suchen Mitarbeitende:
- Chancen, ihre Fähigkeiten einzubringen – aktiv zum Erfolg beitragen und Expertise nutzen
- Entwicklungsmöglichkeiten – Chancen, sich weiterzuentwickeln und dazuzulernen
- Anerkennung und Wertschätzung – dass ihre Arbeit gesehen und geschätzt wird
- Partizipation und Mitgestaltung – Einfluss auf Projekte und Entscheidunge
- Ein inspirierendes Umfeld – Kolleginnen und Kollegen, von denen sie lernen und mit denen sie sich wohlfühlen
Bei diesen allgemeinen Erwartungen sollten Sie jedoch nicht stehenbleiben. Entscheidend ist, dass Sie herausarbeiten, was Ihr Unternehmen in diesen Punkten im Kern besonders macht. Was bedeutet „Entwicklung“ bei Ihnen tatsächlich im Arbeitsalltag? Wie zeigt sich Wertschätzung jenseits von Benefits? Und wo haben Mitarbeitende bei Ihnen wirklich Mitspracherecht?
Erst wenn Sie diese Fragen ehrlich beantworten und in greifbare Beispiele übersetzen, entsteht eine Employer Branding Kampagne, die nicht austauschbar wirkt, sondern Orientierung bietet – für Talente, die wirklich zu Ihnen passen.
Wie entsteht eine Employer Branding Kampagne?
Eine starke Employer Branding Kampagne braucht einen strukturierten Prozess. In der Praxis lassen sich sechs zentrale Phasen unterscheiden:
1. Status quo – die Bestandsaufnahme
Bevor Sie starten, werfen Sie einen Blick auf Ihr Unternehmen: Welche Geschichten können Sie und Ihre Mitarbeitenden über Werte, Kultur, Führungsstil und all die anderen Attraktivitätsfaktoren, die Ihr Unternehmen zu bieten hat, erzählen? Dabei sollten Sie nicht zu kritisch mit sich umgehen. Employer Branding lebt nicht nur von großen Visionen oder spektakulären Benefits. Oft sind es gerade die vermeintlichen Kleinigkeiten, die für Talente den Unterschied machen.
Zum Beispiel eine Führungskraft, die sich Zeit für Feedback nimmt, flexible Lösungen im Arbeitsalltag zur Steigerung der Work Life Balance, echte Unterstützung bei privaten Herausforderungen oder ein Team, das sich gegenseitig den Rücken freihält. Solche konkreten, ehrlichen Einblicke wirken greifbar und machen Ihre Arbeitgebermarke authentisch und nahbar.
Workshops, Interviews und Mitarbeiterbefragungen können dabei helfen, ein realistisches Bild zu zeichnen und die wichtigsten Punkte zusammenzutragen. Gleichzeitig gewinnen Sie interne Verbündete. Besonders der letzte Aspekt ist zentral. Patric Cloos, Employer-Branding-Experte von Raven51, bringt es bei LinkedIn auf den Punkt:
„Oft übersehen, aber so wichtig! Beim Aufbau einer Arbeitgebermarke wird vielfach der Fokus ausschließlich bzw. zu stark auf das externe Employer Branding gelegt. Dabei boostet eine starke interne Arbeitgebermarke die Mitarbeiterbindung und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Kollegen. Das Ergebnis: Weniger Fluktuation, geringere Recruiting-Kosten, mehr Produktivität und Mitarbeiter, die (im besten Fall) freiwillig zu Markenbotschaftern werden.“
Dürfen wir vorstellen? Patric Cloos

Patric Cloos ist Director Strategy – Talent Attraction bei der Personalmarketing-Agentur Raven51 AG.
Er berät Unternehmen – von Mittelstand bis Konzern – dabei, die passenden Lösungen in den Bereichen Employer Branding, Employer Marketing und Recruiting zu finden. Dabei bringt er seine jahrzehntelange Erfahrung bei führenden Agenturen Deutschlands mit ein und weiß genau, worauf es ankommt.
2. Die EVP – Ihr Arbeitgeberversprechen
Die nun gesammelten Erkenntnisse sind das Herzstück Ihrer Employer Value Proposition (EVP). Sie beantwortet die zentrale Frage: Warum sollte jemand gerade in Ihrem Unternehmen arbeiten? Eine starke EVP kombiniert kulturelle Aspekte, Entwicklungsmöglichkeiten, Benefits und Arbeitsbedingungen zu einer einzigartigen Positionierung am Arbeitsmarkt. Sie macht sichtbar, welche Erfahrungen (potenzielle) Mitarbeitende bei der Arbeit erwarten können – und worin sich Ihr Unternehmen klar von anderen Arbeitgebern unterscheidet.
Hier typische Bestandteile einer EVP – mit konkreten Beispielen:
Sinnstiftung bei der Arbeit
- „Unsere Arbeit sorgt dafür, dass mittelständische Unternehmen digital wettbewerbsfähig bleiben.“
- „Wir entwickeln Lösungen, die den Alltag von Pflegekräften messbar entlasten.“
- „Jede Rolle bei uns trägt direkt dazu bei, nachhaltiger zu wirtschaften.“
Wie fühlt sich Zusammenarbeit bei Ihnen an?
- „Kurze Entscheidungswege und direkte Abstimmungen ohne Konzernbürokratie.“
- „Fehler dürfen gemacht werden – entscheidend ist, was wir daraus lernen.“
- „Teams organisieren sich eigenverantwortlich und sprechen Probleme offen an.“
Wie führen Sie – und wie viel Einfluss haben Mitarbeitende?
- „Führungskräfte verstehen sich als Sparringspartner, nicht als Kontrollinstanz.“
- „Ideen aus dem Team werden gehört und regelmäßig umgesetzt.“
- „Mitarbeitende sind früh in Entscheidungen eingebunden, die ihre Arbeit betreffen.“
Wie können Mitarbeitende sich bei Ihnen weiterentwickeln?
- „Individuelle Weiterbildungsbudgets statt Standardseminare.“
- „Entwicklung bedeutet bei uns nicht nur Aufstieg, sondern auch fachliche Vertiefung.“
- „Neue Rollen entstehen aus Stärken – nicht aus starren Karriereleitern.“
EVP – authentisch und glaubwürdig bitte
Als strategische Grundlage prägt die EVP die gesamte Arbeitgeberkommunikation: von Stellenanzeigen über Social-Media-Content bis hin zur kompletten Employer Branding Kampagne. Nur wenn die EVP authentisch, glaubwürdig und im Alltag tatsächlich erlebbar ist, entfaltet sie ihre volle Wirkung: Sie zieht die passenden Talente an, bindet sie langfristig und macht Ihr Unternehmen zu einem Arbeitgeber, der nicht nur sichtbar, sondern auch spürbar attraktiv ist.
Wichtig: Denken Sie daran, dass auch mal schwierige Zeiten kommen können. Versprechen Sie in Ihrer EVP nur, was Sie auch dann halten können. Unser Employer-Branding-Profi Patric Cloos formuliert es auf LinkedIn so:
„Ohne Zweifel: […] Krisenzeiten sind auch ein Prüfstein für Ihre Arbeitgeberpositionierung, deren Stärke es stets zu bewahren gilt. Oftmals zeigt sich genau dann, ob die Arbeitgeberversprechen lediglich ein Lippenbekenntnis waren oder wirklich gelebte Unternehmenskultur sind.“
3. Kommunikationsstrategie – die Marschroute
Die EVP steht? Jetzt wird festgelegt, wie Ihre Botschaften (die richtigen) Talente erreichen. Dafür eignen sich die folgenden Fragen:
- Wen wollen Sie ansprechen?
- Welche Argumente sind für diese Zielgruppen wirklich relevant?
- Welche Kanäle nutzen sie?
- Wie priorisieren Sie Maßnahmen und Inhalte?
Klar ist: Eine Employer Branding Kampagne gewinnt Kraft, wenn sie nach einem klaren Plan spielt und nicht zufällig gestreut wird. Der Personalmarketing-Fachmann Udo A. Völke bringt es so auf den Punkt: „Ohne Zielgruppenwissen erreichen Sie nicht die benötigten Talente, […] überzeugen Sie nicht die benötigten Talente, […] schaffen Sie keine talentzentrierten Candidate Journeys.“
Warum Sie eine Candidate Persona nutzen sollten
Solches Zielgruppenwissen liefert z. B. eine datenbasierte Candidate Persona. Sie ist ein exaktes Spiegelbild der passenden Talente und bringt Ihnen unter anderem deren soziodemografischen Eckdaten, die wichtigsten Werte, das Suchverhalten, den Lifestyle und die Mediennutzung näher.
Der Vorteil: Ihre Employer-Branding-Kampagne basiert nicht mehr auf Annahmen oder Bauchgefühl, sondern auf belastbaren Daten. Botschaften, Bildwelten und Kanäle lassen sich gezielt ausrichten, Streuverluste werden reduziert und potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten fühlen sich deutlich relevanter angesprochen. So entsteht eine konsistente Candidate Journey, die Aufmerksamkeit schafft, Erwartungen richtig setzt und die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass aus Interesse tatsächlich eine Bewerbung wird.
Kreative Leitidee – der rote Faden
Der nächste Schritt: Die Entwicklung einer kreativen Leitidee – das Herzstück der Kampagne. Die Leitidee übersetzt Ihre EVP und die Erkenntnisse aus der Zielgruppenanalyse in ein einprägsames, wiedererkennbares Konzept. Sie gibt der Kampagne eine klare Richtung und sorgt dafür, dass alle Maßnahmen auf ein gemeinsames Narrativ einzahlen.
In der Praxis beantwortet eine starke Leitidee Fragen wie: Welche zentrale Botschaft wollen Sie vermitteln? Welches Gefühl soll bei Talenten entstehen? Und wie lässt sich das, was Ihr Unternehmen besonders macht, kreativ und authentisch erzählen? Die Leitidee sorgt dafür, dass Ihre Kampagne konsistent bleibt und nicht wie eine lose Aneinanderreihung einzelner Maßnahmen wirkt.
Warum Sie eine Candidate Persona nutzen sollten
Eine gute Leitidee:
- greift die EVP auf
- transportiert die Unternehmenskultur in einprägsame Botschaften oder visuelle Elemente direkt an die Zielgruppe
- sorgt dafür, dass die Kampagne wiedererkennbar und konsistent ist
Die Leitidee kann verschiedene Formen annehmen: ein prägnanter Claim, ein humorvolles Wortspiel, eine besondere Bildsprache oder eine Farbwelt, die sofort mit Ihnen als Arbeitgeber verbunden wird, oder Geschichten, die über Sie erzählt werden. Wichtig ist, dass sie authentisch wirkt und Mitarbeitende wie Bewerberinnen und Bewerber gleichermaßen anspricht.
Ein Beispiel aus eigenem Haus: Bei unserem Kunden WashTec stand die kreative Leitidee unter dem Motto „Wir sind am Start! Du auch?“ Es ging darum, Talente zu aktivieren, um gemeinsam die Zukunft auf den Weg zu bringen und zu gestalten – unter anderem mit cleveren digitalen Lösungen und wegweisenden Technologien. Das alles natürlich gemeinschaftlich als starkes Team.
5. Roll-out – intern und extern
Bevor die Kampagne nach außen geht, stehen Ihre Mitarbeitenden im Mittelpunkt. Wenn sie die neue Richtung verstehen und mittragen, werden sie zu authentischen Botschaftern – im Team, auf Social Media und im Alltag. Dann folgt der externe Rollout: digital, auf Messen, Social Media oder der Karriere-Website. Wichtig ist, dass alle Kanäle die gleichen Botschaften und dieselbe kreative Leitidee transportieren.
Ein gestaffelter Ansatz mit Storytelling, Mitarbeiterporträts oder kleinen Highlights sorgt dafür, dass die Kampagne länger im Gedächtnis bleibt und geteilt wird. So wird aus einer Employer Branding Kampagne keine einmalige Aktion, sondern ein konsistenter, sichtbarer Markenauftritt, der Talente anspricht und Mitarbeitende motiviert.
6. Erfolgsmessung
Damit Sie sehen, ob Ihre Employer Branding Kampagne wirklich wirkt, sind KPIs entscheidend. KPIs steht für Key Performance Indicators, also Leistungskennzahlen, die den Erfolg messbar machen.
Typische KPIs im Employer Branding sind zum Beispiel:
- Anzahl der Bewerbungen: Kommen mehr Bewerbungen rein als zuvor?
- Qualität der Bewerbungen: Passen die Talente zu Ihrem Unternehmen?
- Interaktionsrate in Social Media: Wie stark reagieren Nutzer auf Ihre Inhalte?
- Zugehörigkeitsdauer: Bleiben Mitarbeitende langfristig bei Ihnen oder sind Stellen schnell wieder unbesetzt? Was das kostet, zeigt Ihnen unser Vakanzkosten-Rechner.
Eine erfolgreiche Employer Branding Kampagne ist kein einmaliges Projekt. Sie lebt davon, kontinuierlich beobachtet und angepasst zu werden. Welche Inhalte funktionieren besonders gut? Welche Formate stoßen auf Resonanz? Durch regelmäßiges Monitoring, Feedback von Mitarbeitenden und die Anpassung an aktuelle Trends bleibt Ihre Kampagne langfristig wirksam, relevant und sichtbar – und zieht genau die Talente an, die zu Ihrem Unternehmen passen.
Was sind Herausforderungen bei Employer Branding Kampagnen?
Wenn wir ehrlich sind: Eine Employer Branding Kampagne klingt nicht nach „mal eben schnell gemacht“. Und das stimmt auch. Auf dem Weg zur starken Arbeitgebermarke tauchen ein paar typische Hürden auf:
- Ehrlichkeit statt Hochglanz: Viele Unternehmen würden am liebsten nur die perfekten Seiten zeigen. Doch genau die echten, manchmal auch ungeschönten Geschichten ziehen die passenden Talente an.
- Alle müssen mitziehen: HR, Marketing, Kommunikation, Führung – Employer Branding funktioniert nur, wenn alle gemeinsam daran arbeiten. Sonst fehlt der rote Faden.
- Konsistenz: Eine kreative Leitidee muss über Monate und über verschiedenste Kanäle funktionieren – vom Social Feed bis zur Stellenanzeige.
- Langfristig denken: Employer Branding ist kein Wochenendprojekt. Es braucht Zeit, Budget, Pflege und den Willen, immer wieder nachzujustieren.
Klingt anspruchsvoll? Ist es auch. Aber mit einer klaren Strategie, echter Zusammenarbeit und etwas Mut wird daraus eine Kampagne, die wirklich Wirkung zeigt.
Auswahl an möglichen Kanälen für Employer Branding Kampagnen
Je nachdem, wen Sie erreichen möchten, können Sie verschiedene Kanäle bespielen. Eine Employer Branding Kampagne kann z. B. folgende Touchpoints nutzen:
- Karriere-Website: Der zentrale Hub für alle Geschichten und eine der wichtigsten Bühnen für Ihre Arbeitgebermarke. Employer-Branding-Spezialist Patric Cloos stellt heraus: „Egal, über welche Kanäle und Touchpoints wir Talente initial […] aufmerksam machen – in über 90 Prozent der Fälle besuchen sie früher oder später die Karriere-Website.“ Das Problem: Mehr als die Hälfte der Internet-Auftritte ist ungenügend – das zeigt die Studie „Karriere-Websites 2025“ von der Hochschule RheinMain und Raven51. Hier gibt’s Hilfe!
- Recruiting-Videos & Mitarbeiter-Porträts: Echte Menschen, echte Stimmen – das stärkste Mittel, Kultur erlebbar zu machen. Hier gibt’s Hilfe!
- Social Media: LinkedIn für Insights und Fachthemen, Instagram für Emotionen, TikTok für Dynamik, YouTube für tiefere Einblicke. Hier gibt’s Hilfe!
- Print & Außenwerbung: Gerade bei regionalem Recruiting oder spezifischen Zielgruppen nach wie vor wirksam. Hier gibt’s Hilfe!
- Events & Messen: Perfekt für direkten Austausch und authentische Live-Eindrücke.
- Interne Kanäle: Intranet, Newsletter oder Workshops sorgen für internes Commitment.
Entscheidend ist nicht die Masse, sondern die Auswahl der richtigen Kanäle, die konsequent die Leitidee und die EVP transportieren.
Best Practice Beispiele für Employer Branding Kampagnen
Rein in die Praxis! Schauen wir doch mal auf einige gelungene Employer-Branding-Beispiele, und was man daraus lernen kann:
1. Porsche – „Dream Job“
Porsche setzt auf emotionale Geschichten, die zeigen, dass es bei einem Job nicht nur um Aufgaben geht, sondern um persönliche Leidenschaft. Echte Mitarbeitende erzählen, wie sie ihre Träume im Unternehmen verwirklichen. Die Kampagne erzeugt Begeisterung, weil sie die Marke Porsche mit individuellen Karriereträumen verknüpft.
Lernfaktor: Eine Employer Branding Kampagne wirkt besonders stark, wenn sie Emotion und persönliche Identifikation miteinander verbindet.
2. Lufthansa – „We are Lufthansa“
Die Lufthansa-Kampagne legt den Fokus auf Vielfalt und Gemeinschaft. Mitarbeitende aus allen Berufsgruppen – vom Piloten bis zum Projektmanager – kommen zu Wort. Über Social Media und gezielte Hashtags wird die Belegschaft als großes Ganzes sichtbar gemacht.
Lernfaktor: Employer Branding Kampagnen profitieren enorm von Authentizität und dem Gefühl der Zugehörigkeit. Mitarbeitende fühlen sich wertgeschätzt und sichtbar.
3. REWE – „Bring dich ins Spiel & join the REWE Clan“
REWE spricht gezielt digitale Talente an. Kurze Clips, Influencer-Kooperationen und Plattformen wie TikTok und Twitch machen die Kampagne interaktiv und nahbar. Ziel ist es, besonders junge, technikaffine Talente anzusprechen und sie auf spielerische Weise mit der Arbeitgebermarke zu verbinden.
Lernfaktor: Die richtige Ansprache auf den passenden Kanälen ist entscheidend. Wer seine Zielgruppe kennt und dort abholt, wo sie aktiv ist, erhöht die Wirkung der Employer Branding Kampagne erheblich.
4. Caritas – „Caritastisch ist, was DU daraus machst!“
Hier mal ein Beispiel aus eigenem Haus: Wir haben gemeinsam mit der Caritas im Bistum Limburg eine authentische Employer Branding Kampagne entwickelt. Unter dem Motto „Werde wirksam. Genau so, wie du bist.“ zeigt sie, dass absolut alle Mitarbeitenden willkommen sind und die eigenen Talente einbringen können. Das spiegeln unter anderem authentische Einblicke in den Arbeitsalltag wider.
Die Wortneuschöpfung „caritastisch“ beschreibt das bunte Miteinander und wird kreativ für Adjektive wie “cari… herzlich” oder “cari… fördernd” genutzt. Die Kampagne wird über drei Jahre auf Plakaten, in Social Media und auf der neuen Karriereseite ausgerollt – Mitarbeitende werden so automatisch zu Markenbotschafterinnen und -botschaftern.
Lernfaktor: Authentizität, Einbindung der Mitarbeitenden und spielerische Kreativität können Employer Branding Kampagnen besonders wirksam machen.
5. Thyssengas: (H2)eldenhafte Employer Branding Kampagne
Noch ein Case aus unserem Portfolio: Thyssengas startet in eine neue Ära der Energiewelt – als Wasserstoffpionier mit klarer Haltung. Gemeinsam mit uns hat der Fernleitungsnetzbetreiber seinen gesamten Arbeitgeberauftritt neu gedacht: vom Claim bis zur Karriere-Website. Im Zentrum steht der neue Kampagnen-Claim „(H2)elden im Neuland – auf sicherem Grund“, der Aufbruchsstimmung und Pioniergeist mit über 100 Jahren Erfahrung verbindet. Er zeigt: Thyssengas gestaltet die Energiewende – und lädt Fach- und Nachwuchskräfte ein, selbst Teil dieser (H2)eldenreise zu werden.
Die Kampagne lebt von echter Beteiligung: In Mitarbeiter-Workshops und -Interviews sowie mit aktivem Input der Geschäftsführung wurde die Employer Value Proposition entwickelt – ein gemeinschaftliches Projekt, das im Unternehmen tief verankert ist. Auch vor der Kamera standen keine Models, sondern echte Mitarbeitende: Ihre authentischen Fotos und Videos prägen Karriere-Website, Stellenanzeigen und weitere Touchpoints. Das stärkt Identifikation und zeigt Bewerbenden bereits ihr zukünftiges Team.
Lernfaktor: Eine starke Employer Branding Kampagne entsteht durch echte Beteiligung, klare Zukunftsvision und authentische Geschichten aus dem eigenen Team.
6. Nardini Klinikum: Perfekt gepflegter Arbeitgeberauftritt
Eine Employer Branding Kampagne haben wir noch! Um weiterhin starke Pflegefachkräfte zu gewinnen, hat das Nardini Klinikum seinen Arbeitgeberauftritt gemeinsam mit Raven51 modernisiert. Im Fokus stehen drei klar definierte Zielgruppen – Berufseinsteiger, Wiedereinsteiger und Klinikwechsler – die mit individuellen Botschaften gezielt angesprochen werden.
Herzstück der Kampagne ist die neue Karriere-Landingpage. Authentische Bilder aus einem professionellen Shooting zeigen echte Mitarbeitende und vermitteln ein glaubwürdiges Bild des Pflegeteams. Die Kommunikation wird durch eine breite digitale Präsenz verstärkt: Über Google, YouTube, Facebook, Instagram und Spotify erreichen die Botschaften Talente auf den passenden Kanälen.
So entsteht ein moderner, einladender Arbeitgeberauftritt, der die Kultur des Klinikums – geprägt von Wertschätzung, Teamgeist und Menschlichkeit – klar sichtbar macht.
Lernfaktor: Eine präzise Zielgruppenansprache, authentische Bildwelten und starke digitale Sichtbarkeit erhöhen die Wirksamkeit von Employer Branding Kampagnen deutlich.
Face the case – Nardini Klinikum:
Attraktive Kampagnen-Landingpage für Pflegefachkräfte
Das Schnellste kommt zum Schluss: Kurze Antworten auf wichtige Fragen
1. Wie kann eine Employer Branding Kamüagne die Unternehmenskultur beeinflussen?
Eine authentische Kampagne verstärkt die Unternehmenswerte und zeigt nach außen, wofür das Unternehmen steht. Gleichzeitig motiviert sie Mitarbeitende, diese Werte im Alltag zu leben, und schafft ein gemeinsames Verständnis von Kultur und Identität.
2. Wie verhindert man, dass eine Employer Branding Kampagne unglaubwürdig wirkt?
Echte Mitarbeitende, authentische Geschichten und transparente Einblicke in den Arbeitsalltag sind entscheidend. Nur so wird die Botschaft glaubwürdig, erzeugt Vertrauen und erreicht die Zielgruppen ohne den Eindruck von Marketingfloskeln.
3. Wie sorgt man dafür, dass eine Employer Branding Kampagne über die erste Bewerbung hinaus wirkt?
Eine Kampagne wirkt nur nachhaltig, wenn kontinuierlich neue Maßnahmen folgen – etwa regelmäßige Mitarbeiterstories, digitale Updates oder Events. So bleibt die Botschaft lebendig, das Arbeitgeberimage stark und Talente werden langfristig gebunden.
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