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    Die drei wichtigsten Fakten zum neuen Fachkräfteeinwanderungsgesetz

    Mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das am 1. März in Kraft getreten ist, strebt die Bundesregierung eine deutliche Entspannung des Arbeitsmarktes an. Aber taugt die Liberalisierung der Einwanderung nach Deutschland wirklich zur Wunderwaffe gegen den Fachkräftemangel? Wir fassen zusammen, worauf sich deutsche Arbeitgeber künftig einstellen können.

    Mann läuft Treppe hoch

    1. Arbeitgeber können mehr Positionen flexibler besetzen

    Zunächst die beste Nachricht: Arbeitgeber können in Zukunft deutlich mehr Stellen durch ausländische Fachkräfte aus Drittstaaten besetzen als bisher – zumindest in der Theorie. Wie weitreichend das neue Gesetz ist, zeigt ein Blick auf die Zeit vor dessen Inkrafttreten. Bis zum 1. März 2020 durften Ausländer aus Nicht-EWR-Staaten nur dann für eine Arbeitsstelle nach Deutschland einwandern, wenn

    1. sie über einen Hochschulabschluss verfügten,
    2. sie für eine Position in einem deutschen Unternehmen engagiert wurden, die genau zu ihrem Fachbereich passte und
    3. eine staatliche Stelle in diesem speziellen Fachbereich offiziell einen personellen Engpass auf dem Arbeitsmarkt festgestellt hatte.

    Das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz weicht diese Vorgaben deutlich auf:

    1. Einwandern können nun auch Menschen mit einer beruflichen Qualifikation, die außerhalb einer Hochschule erworben wurde.
    2. Einwandernde Akademiker müssen nicht zwangsweise für eine Position eingestellt werden, die innerhalb ihres Fachbereichs liegt.
    3. Die Feststellung eines personellen Engpasses auf dem Arbeitsmarkt durch eine staatliche Stelle entfällt.

    Das heißt also: Grundsätzlich können deutsche Arbeitgeber eine größere Vielzahl an Fachkräften aus Drittstaaten anwerben. Außerdem sind sie mit Blick auf die Positionen, die sie mit diesen Fachkräften besetzen, deutlich flexibler als bisher.

    2. Einstellung bedeutet weiterhin hohen bürokratischen Aufwand

    Kritiker bemängeln allerdings, dass die Einstellung von ausländischen Fachkräften in der Praxis weiterhin schwierig bleiben wird. Als zentrales Nadelöhr identifizieren Branchenexperten die notwendige Anerkennung internationaler Hochschul- und Ausbildungsabschlüsse. Denn die Prozesse, mit denen ausländische Qualifikationen geprüft werden müssen, sind komplex, da sich Curricula international sehr stark unterscheiden. Genehmigungen werden dadurch auch weiterhin lange auf sich warten lassen, und viele Abschlüsse dürften auch in Zukunft nicht von deutschen Behörden anerkannt werden. Die Folge: Auch mit dem neuen Fachkräfteeinwanderungsprozess werden zahlreiche Arbeitsverhältnisse nicht zustande kommen, obwohl sie eigentlich sinnvoll wären.

    Hinzu kommen neue bürokratische Herausforderungen. Die Bundesagentur für Arbeit erhält mehr Prüfungskompetenzen im Rahmen des Zustimmungsverfahrens und kann von Unternehmen jederzeit detaillierte Auskünfte über die Beschäftigung ausländischer Fachkräfte verlangen. Für Arbeitgeber bedeutet das, dass ihre HR-Dokumentation noch aufwändiger wird, als sie ohnehin schon ist.

    3. Ausblick: Was Sie als Arbeitgeber beachten sollten

    Wenn Sie bereit sind, einen höheren bürokratischen Aufwand und lang andauernde Genehmigungsprozesse in Kauf zu nehmen, haben Sie dank des neuen Gesetzes in Zukunft die Chance, mehr Positionen mit ausländischen Fachkräften zu besetzen. Um sich darauf vorzubereiten, empfehlen wir Ihnen folgende drei Maßnahmen:

    • Schulen Sie Ihre Mitarbeiter! Bevor Sie anfangen, ausländische Fachkräfte zu rekrutieren, sollte sich Ihre Personalabteilung unbedingt mit den rechtlichen Rahmenbedingungen vertraut machen. Welche Prozesse kommen auf Sie zu? Wie lange dauern Genehmigungsverfahren realistisch? Und wie wird die Arbeit ausländischer Fachkräfte unternehmensseitig so dokumentiert, dass sie den neuen bürokratischen Anforderungen entspricht?
    • Nutzen Sie nach Möglichkeit das „beschleunigte Fachkräfteverfahren“! In vielen Fällen können Arbeitgeber ein sogenanntes „beschleunigtes Verfahren“ einleiten. Durch zentralisierte Prozesse und kürzere Fristen bei den Behörden soll sich die Dauer eines Anerkennungsverfahrens auf zwei Monate verkürzen lassen. Einziges Manko: Arbeitgeber werden für das beschleunigte Verfahren mit 411 Euro zur Kasse gebeten.
    • Up to date bleiben! Wie alle rechtlichen Fragen ist auch das Thema „Fachkräfteeinwanderung“ immer im Wandel. Am Ball bleiben lohnt sich deshalb – zum Beispiel mit Hilfe der speziellen Website „Anerkennung in Deutschland“, auf der alle wichtigen Informationen aufbereitet sind. Ein Besuch lohnt sich!